Stadtumbau Welper: Start mit Jugendprojekt

Keine Pralinen, sondern mit Samen gefüllte Pflanzbomben, die Jugendliche zum Projektauftakt gebastelt haben, zeigen Sozialarbeiterin Annekathrin Wittkopp, Robert Zühlsdorf und Svenja Stirnberg, Leiterin des Jugendtreffs .
Keine Pralinen, sondern mit Samen gefüllte Pflanzbomben, die Jugendliche zum Projektauftakt gebastelt haben, zeigen Sozialarbeiterin Annekathrin Wittkopp, Robert Zühlsdorf und Svenja Stirnberg, Leiterin des Jugendtreffs .
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
„Grünes Quartier Welper“ will mit Jugendlichen einen urbanen Garten schaffen. Insgesamt 333 000 Euro für vier Jahre geplant. Förderung von der EU

Hattingen..  Der Stadtumbau Welper nimmt mit dem Startschuss für das Projekt „Grünes Quartier Welper“ Fahrt auf. Das Stadtteilprojekt, das die Stadt gemeinsam mit HAZ Arbeit und Zukunft realisiert, richtet sich an Jugendliche. Ziel ist es, auf lange Sicht einen urbanen Garten zu schaffen, der von den Jugendlichen betreut wird und einen sichtbaren und fühlbaren Mehrwert für alle Welperaner bildet.

Über vier Jahre wird das Projekt gefördert vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Bundesministerien für Familie und für Umwelt. Fast 333 000 Euro Gesamtausgaben sieht der Finanzierungsplan der Stadt dafür vor – zur Hälfte abgedeckt durch die Förderung. Die ist zugesagt, auch wenn der offizielle Bewilligungsbescheid noch auf sich warten lässt. „Aber wir machen uns da keine Sorgen“, betont Manfred Gosker, geschäftsführender Vorstand des HAZ. Ihren Eigenanteil erbringt die Stadt in Kooperation mit dem Bildungsträger über Personalleistungen.

Extra für das Projekt wurde die Stelle von Robert Zühlsdorf geschaffen, der das Projekt operativ leitet. Der 29-Jährige will „durch meine eigene Neugier Jugendliche begeistern und ihre Neugier wecken“, sagt er. Angesprochen sind junge Welperaner zwischen zwölf und 26 Jahren. Gemeinsam sollen sie ihr Viertel entdecken und verschönern, eigene Ideen verwirklichen, so Spaß daran haben, Verantwortung zu übernehmen.

„Pflanzbomben“ als Werbung

Einen Anstoß bietet das Projekt „Grünes Quartier Welper“. Gemeinsam mit den Jugendlichen will Robert Zühlsdorf Flächen in Welper finden, die verschönert werden können. Über den Jugendtreff möchte er Kontakt zu den jungen Welperanern aufbauen, sie auch an den Orten treffen, an denen sie sich aufhalten. „Und wenn ich sie zum Beispiel am Reschop Carré treffe, frage ich, warum sie lieber hier sind als in Welper.“ Mit einigen Jugendlichen hat er bereits 261 „Pflanzbomben“ gebastelt – kleine Kugeln aus Erde und einem Gemisch von Samen, die überall gepflanzt werden können. Damit will er auf dem Interkulturellen Sommerfest am Samstag für die Idee werben.

Die Gestaltung des urbanen Gartens kann aber weit über Pflanzaktionen hinausgehen. „Ich habe gar keinen grünen Daumen“, gesteht der studierte Sport- und Erziehungswissenschaftler. „Aber man kann zum Beispiel auch Fitnessmöglichkeiten schaffen“, überlegt er und erklärt: „Ich möchte den Jugendlichen nichts vorgeben, sondern herausfinden, was sie möchten.“ Und das Interesse wecken, dass in Welper etwas passiert.