Stadt unterstützt Initiative für kostenloses Internet

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Was wir bereits wissen
Bisher 35 Freifunk-Stationen. Auch Rathäuser bieten jetzt freien Zugang.

Hattingen..  Sechs Monate nachdem Marcus Benthaus und Sascha Kursawe die Initiative Freifunk Hattingen gestartet haben, gibt es weitere Erfolge. So ist die gesamte obere Heggerstraße, vom Herrenmodengeschäft Lesmeister bis zum Rewe-Markt, mit kostenlosem Internet über W-Lan versorgt. Jetzt unterstützt auch die Stadt die Aktion. Im Umkreis einiger städtischer Gebäude soll freier Internetzugang möglich sein.

Bürgermeisterin Dagmar Goch freut sich über das Engagement der Freifunker: „Wir haben lange Zeit versucht, kostenloses Internet in der Innenstadt einzurichten, leider mit mäßigen Erfolg.“ Es sei in Planung, neben dem Rathaus und dem Alten Rathaus am Untermarkt auch noch weitere städtische Gebäude, wie das Bürgerbüro oder das Haus der Jugend, mit der nötigen Technik auszustatten.

„Insgesamt haben sich bisher 35 Unternehmer und Privatpersonen bereit erklärt, die Freifunk-Router bei sich aufzustellen und so eine Erweiterung des Netzwerkes zu ermöglichen“, weiß Marcus Benthaus. Viele Befürworter sehen die soziale Komponente im Vordergrund: die Möglichkeit, Menschen kostenlos den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Auch wenn dafür ein zusätzlicher Router für etwa 18 Euro gekauft und an den eigenen Router angeschlossen werden muss.

Aber es gab auch Ablehnung. Sascha Kursawe: „Unter den Nein-Sagern waren einige Gastronomen, das hat uns gewundert, weil freies Internet in Cafés oder Restaurants ja fast schon Standard ist.“ Die größten Bedenken gebe es bei der Datensicherheit. „Die Freifunk-Router haben eine andere IP-Adresse als der Router an dem sie angeschlossen werden“, erklärt Benthaus. So seien die eigenen Daten gesichert.

Ein Herzensprojekt für die beiden Initiatoren ist es, auch die Flüchtlingsunterkünfte mit ans Netz zu nehmen. Benthaus: „Die Idee von Freifunk ist, allen Menschen unzensiert und kostenlos den Zugang zum Internet zu gewähren. Vielen Menschen fehlen die finanziellen Mittel, da möchten wir gezielt eingreifen.“