Das aktuelle Wetter Hattingen 18°C
Kunstrasen-Debatte

Stadt setzt auf Asche

18.02.2011 | 16:52 Uhr
Stadt setzt auf Asche
Sanierungsfall: Der Ascheplatz an der Marxstraße soll noch im Haushaltsjahr 2011 in Angriff genommen werden. Foto: Joachim Haenisch / WAZ FotoPool

Hattingen. Verwaltung will weiterhin den Platz in Welper sanieren. Hedef und Holthausen werden in Vorlage erneut nicht berücksichtigt.

Die Stadtverwaltung hat einen neuen Fahrplan für das Thema Sport- und Kunstrasenplätze erarbeitet: Demzufolge soll in dem laufenden Haushaltsjahr der Ascheplatz in Welper saniert werden, in den Jahren 2012 oder 2013 der SuS Niederbonsfeld an der Kohlenstraße einen Kunstrasen bekommen, im Jahr 2014 der TuS Hattingen im Wildhagen. Erneut nicht berücksichtigt sind Hedefspor und der Förderverein Kunstrasen Holthausen, die als einzige bereits ihre feste Zusage über die Eigenleistung in Höhe von 150 000 Euro gegeben haben.

Kurzer Rückblick in den Mai 2010: Die Politik entschied, dass die drei Ascheplätze an der Kohlenstraße, der Marxstraße und im Wildhagen für 200 000 Euro (Sportpauschale) saniert werden. Falls die ansässigen Vereine – SuS Niederbonsfeld, SG Welper und TuS Hattingen – aber 150 000 Euro an Eigenmitteln zusammenbekommen, könnten Kunstrasenplätze erstellt werden. SuS und TuS wollen dies bis zum Jahr 2014 schaffen, die SG Welper verzichtete in einem Schreiben ihres Präsidenten Wolfgang Zimmermann im Herbst. Demzufolge stünde nach dem Ratsbeschluss jetzt die Sanierung an – Asche zu Asche.

Im Herbst und Winter regte sich Widerstand gegen den Beschluss. Vor allem Hedefspor rückte das Thema noch einmal in den Fokus und forderte Gleichbehandlung ein. Auch der Förderverein Kunstrasen Holthausen wurde wieder aktiv: „Aus drei in drei wird fünf in fünf – das wäre klasse“, erklärte dessen Sprecher Robert Laube.

Der Rat beschäftigte sich in seiner bislang letzten Sitzung am 16. Dezember erneut mit Kunstrasenplätzen und legte fest, dass sich der Runde Tisch Sport und der Sportausschuss noch einmal mit dem gefassten Beschluss aus dem Mai auseinander setzen werden.

Der Runde Tisch hat laut Verwaltungs-Vorlage intensiv diskutiert, dabei aber keine mehrheitsfähige Meinungsbildung erzielt. „Es gibt keine neue Feststellung“, sagte Achim Paas (SPD), der Vorsitzende des Sportausschusses, nach der Sitzung auf Nach­frage der Hattinger Zeitung. „Der Runde Tisch hat anderthalb Jahre detailreiche Arbeit geleistet, die Fakten liegen auf dem Tisch – wir ge­hen davon aus, dass die Verwaltung zum nächsten Sportausschuss eine neue Vorlage vorlegt.“

Diese liegt jetzt vor. U.a. mit Stellungnahmen der Vereine SuS Niederbonsfeld, SG Welper und TuS Hattingen zum aktuellen Stand der Dinge, die der Runde Tisch eingefordert hat. Demzufolge sieht es beim SuS zurzeit am besten aus: „Nach derzeitigem Stand kann wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass der SuS in der Lage sein wird, die für die Finanzierung erforderlichen Mittel aufzubringen.“ Als Zeitpunkt für eine mögliche Realisierung wird das Haushaltsjahr 2013 genannt, eventuell auch schon 2012. Für Welper geht eine Realisierung nur über das Erheben von Nutzungsgebühren, der TuS bleibt indes vage und ist „nach wie vor bestrebt“.

Hedefspor und Holthausen werden in der Vorlage mit keinem Wort erwähnt. Arif Turan, Vorsitzender von He­defspor, hat diese Entwicklung geahnt. In dieser Woche schrieb er einen Brief an die Dezernentin Beate Schiffer und die Mitglieder des Sportausschusses: „Bei sachlich-objektiver Betrachtung lässt sich feststellen, dass die Traditionsvereine bevorzugt behandelt wurden und werden. Sollte eine neue Verwaltungsvorlage erstellt werden, die die Umwandlung des Ascheplatzes im Rauendahl nicht berücksichtigt, behalten wir uns als Hedefspor alle Möglichkeiten vor, die uns die demokratische Gesellschaft bietet, zu nutzen, um einen Kunstrasen zu realisieren.“

Kommentar: Vorlage löst Unverständnis und Zorn aus

iese Vorlage der Stadtverwaltung löst Kopfschütteln aus, Unverständnis, bei Hedefspor und in Holthausen sicher auch Wut und Zorn. Nachvollziehbar, denn die Vereine, die den Eigenanteil garantieren, werden nach wie vor ignoriert. Dagegen bleibt es bei der Zusage für den TuS Hattingen, der bisher als einziger noch kein schlüssiges Konzept auf den Tisch gelegt hat, und jetzt auch nur lapidar erklärt, er strebe an, auf der Grundlage des Rats­beschlusses zu einem Kunstrasenplatz zu kommen.

Auch der Vorschlag, dass der Ascheplatz an der Marxstraße saniert werden soll, zeigt keine Weitsicht. Es wird weiter auf einen veral­teten, unattraktiven Belag ge­setzt, der zwar bei der An­schaffung günstiger ist, auf Dauer aber weitaus höhere Kosten verursacht.

Jetzt ist die Politik am Zug. Die großen Parteien haben mehrfach betont, dass sie keine Ascheplätze sanieren wollen, und dass bei den Kunst­rasenplätzen die Formel „fünf Plätze in fünf Jahren“ zu favorisieren sei – man darf also gespannt sein, wie der Sportausschuss am 2. März entscheidet.

Michael Brandhoff

Michael Brandhoff

Facebook
 
Kommentare
21.02.2011
16:56
Stadt setzt auf Asche
von dusselbiene | #14

#13
Entweder wollen oder können Sie mich nicht verstehen, aber dafür habe ich auch Verständnis.
Integration funktioniert in Deutschland nicht, weil sehr häufig sogenannte Jugendhilfe in bewußt türkisch benannten Vereinen nicht das Ziel hat, die Kinder und Jugendlichen auf ein Miteinander in der deutschen Mehrheitsgesellschaft vorzubereiten.
Inwieweit dies bei Hedef der Fall ist, vermag ich in der Tat nicht zu beurteilen, da ich die genauen Strukturen und Zielsetzungen nicht kenne.
Dennoch bleibt Fakt, dass in den vergangenen Jahren im Jugendfußball vermehrt Haltungen bei türkischen Vereinen beobachtet werden, die gegen eine Integration arbeiten und die sich gegenüber den deutschen Vereinen als türkische Vereine präsentieren.
Sorry, aber das, was Sie schildern, konnte ich nicht beobachten. Am vergangenen Sonntag haben die Trainer und Zuschauer türkisch gesprochen und auch das ist nicht förderlich für die Integration.
Mich würde interessieren, wieviele deutsche Kinder bei Hedef spielen, denn jede Menge ist ein sehr vager Begriff.Und was für Sozialarbeiter meinen Sie? Sind das in Deutschland ausgebildete Sozialarbeiter?.

21.02.2011
12:53
Stadt setzt auf Asche
von trainermike | #13

#12
Kann es sein, dass das Ganze nicht so ist, wie Sie es sich einreden?
Genau das wollte ich Sie auch fragen.
Wie können Sie Hedefspor als Separatisten hinstellen , ohne zu wissen was die wirklich tun ??
Ich habe mir im Gegensatz zu ihnen einen Eindruck über Hedefs Arbeit verschafft und bin immer noch positiv überrascht, was für eine hervorragende Jugendarbeit dort geleistet wird.
Angefangen bei Kinderbetreuung, Hilfe bei privaten Problemen bis hin zur Hausaufgabenhilfe wird dort alles geboten. Gut geschulte und erfahrene Sozialarbeiter (im übrigen auch DEUTSCHE) kümmern sich um den gesamten Ablauf.
Ausserdem spielen bei Hedef jede Menge DEUTSCHE Kinder, die sich dort sauwohl fühlen.
Im Gespräch mit einigen der Eltern wurde mich mir auch gesagt , dass das bei anderen Vereinen
nicht der Fall war, da ging es nur um Fussball.
Also da wird einiges in Sachen Integration getan, nur dass der Verein Hedefspor Hattingen heisst und einen Migrationshintergrund hat.
Wenn Sie schlechte Erfahrungen gemacht haben sollten, ist das noch lange kein Grund, alle über einen Kamm zu scheren.
Integration funktioniert in Deutschland auch nicht, weil intollerante Leute wie Sie, ohne sich richtig zu informieren oder mit dem Thema auseinander zu setzten , einfach verbal draufhauen.
Und dafür habe ich kein Verständnis !

21.02.2011
12:10
Stadt setzt auf Asche
von dusselbiene | #12

#10 Warum so dünnhäutig?
Ich habe lediglich eine Situation und meinen Eindruck beschrieben. Passt Ihnen das nicht, oder ist es so, dass Sie auch sofort Rassismus und Diskriminierung schreien, wenn das Verhalten von einigen nichtdeutschstämmigen Mitbürgern beschrieben wird. Das ändert aber nichts an den Tatsachen.
Ich bin weder rassistisch noch habe ich mich diskrimnierend geäußert. Mir liegt die Integration aller nichtdeutschstämmigen Kinder und Jugendlichen sehr am Herzen und ich kritisiere einen falschen Weg und eine Toleranz gegenüber separatistischen Verhaltensweisen, die nicht gut für den Sport und die Verständigung miteinander sind.
Vieleicht sollten Sie einmal ihre Reaktion überdenken . Kann es sein, dass das Ganze nicht so ist, wie Sie es sich einreden?

20.02.2011
22:34
Stadt setzt auf Asche
von Kulturbote | #11

Jaja - das Anspruchsdenken sechsklassiger Vereine ist schon immens.

Früher reichte zum Pöhlen in der Kreisliga ein Runkelacker.

Heute muss es feiner Kunstrasen sein.

Und auf Schalke ? Da lä#ßt Magat auf Naturrasen kicken.

Je tiefer in der Liga, umso höher die Anmsprüche.

Kleiner Tipp an die Vereinsbosse: Was allein auf dem Platz zählt ist L e i s t u n g. Die lässt sich auch auf Asche bringen. Fragt mal die alten Kempen.

20.02.2011
19:59
Stadt setzt auf Asche
von trainermike | #10

#3 & #9 dusselbiene:

Ihre oberflächlichen und beleidigenden Aussagen hier bei den Kommentaren sind rassistisch, diskriminierend und fern jeder Realität !
Woher dieser offensichtliche Hass auf Hedefspor ?
Warum scheren Sie hier alle Ausländer über eine Kamm ? (Kopfschüttel)
Leute wie Sie sind der Grund, wofür ich mich als Deutscher in Grund und Boden schämen möchte !
Liebe Redaktion... Warum löscht Ihr solche unüberlegten und dummen Kommentare dieser Dusselbiene nicht ?

20.02.2011
17:22
Stadt setzt auf Asche
von dusselbiene | #9

Komme gerade von der Stadtmeisterschaft zurück und es ist mir wieder einmal aufgefallen, wie Hedef auf den Rest der Fußballgemeinde wirkt. Bei einigen Zuschauern hatte man das Gefühl, dass sie gleich auf den Platz rasen und das lautstarke Verbalverhalten hat mich eher an Krieg, als an Fußball erinnert.
Sorry, wer hier einen Cent bezuschusst, erweist den türkischen Jungs keinen Dienst. Von mir aus gehört der Verein aufgelöst und die Kinder sollten bei den anderen Vereinen mitspielen. Das wäre Integration. Aber was ich heute gesehen und gehört habe ist Separatismus gegen die Deutschen! Traurig!

20.02.2011
14:02
Blockierter Kommentar.
von Pittbul | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.02.2011
01:12
Stadt setzt auf Asche
von pfft | #7

@6

Wieder einer, der es nicht versteht...die SPORT-Pauschale gilt ausschließlich nur für den Sport, damit darf die Stadt keine anderen Dinge bezahlen. 200.000 Euro jedes Jahr NUR für den SPORT.

Und da wäre es langsam an der Zeit, na ja, eigentlich schon 10, 15 Jahre zu spät, dass hier Kunstrasenplätze entstehen, die auf Dauer im Unterhalt wesentlich günstiger als Ascheplätze sind. Also da kann mal richtig gespart werden, aber das versteht ja in dieser Verwaltung keiner.

Außerdem ist es eine absolute Frechheit, wie der TuS hofiert und Hedef und Blankenstein ignoriert werden. Und ich erwarte auch schon eine lustige Ausschusssitzung: Nörenbergs Nachläufer wollen wieder große Politik spielen, die angeblichen Grünen bocken rum und die FDP hat sowieso keine eigene Meinung. Ob die der Sozen gut oder schlecht ist, mag jeder für sich entscheiden.

19.02.2011
23:21
Stadt setzt auf Asche
von Vattaheinrich | #6

Gähn, wenn die Herrschaften sich nicht einigen können, gibts das Geld eben nicht für den Sport, da kann man bestimmt auch noch andere - sinnvollere - Dinge mit bezahlen. Sport ist ja gut und schön aber vielleicht kümmert man sich erstmal um den Erhalt der wichtigen Infrastruktur, Strassen, Schulen usw..
Außerdem nervt das Thema so langsam.

19.02.2011
20:25
Stadt setzt auf Asche
von FB-1848 | #5

Geisteszustand mit inbegriffen.
Gilt natürlich auch für die Biene.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4300579/create

Aktuelle Fotos und Videos
Integrationsfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Taufstein als ökumenisches Verbindungsglied
Bildgalerie
Kirche
Pfingstkirmes
Bildgalerie
Rummel
Aus dem Ressort
VHS im Zweckverband ist vom Tisch
Volkshochschule
Hattinger Beitritt abgelehnt. Einrichtungen sind zu unterschiedlich. Kooperationen angestrebt.
Quartett unterstützt Bildungsarbeit
Förderverein
Vorstand des VHS-Fördervereins setzt auf Ideen und Projekte.