Stadt rückt Gethmannschen Garten in den Blick

Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Verwaltung will im kommenden Jahr 40 000 Euro für ein Sanierungskonzept ausgeben. Die Kosten für eine umfassende Umgestaltung werden mit 300 000 Euro beziffert.

Hattingen..  Ein Idyll verkommt. „Der Zustand des Gethmannschen Landschaftsgartens hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Negativen entwickelt und viele Strukturen befinden sich in einem ruinösen Zustand.“ So steht es in einem Sachstandsbericht der Stadtbetriebe zum Gethmannschen Garten für die Sitzung des Bauausschusses am 28. April. Und weiter: „Die für den Garten so wichtigen Sichtachsen in die umgebende Landschaft wurden wiederholt freigeschnitten, sind aber weitgehend wieder zugewachsen.“

So weit, so schlecht. Was die Verwaltung in der Vorlage indes auch verbreitet, ist Aufbruchstimmung. Zwar nicht zum ersten Mal, immerhin aber zielgerichtet und mit Kosten markiert will die Stadt „Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege“ des Kleinods in Blankenstein offenbar systematisch in Angriff nehmen. 40 000 Euro sollen im Etat 2016 eingestellt werden, damit ein Planungsbüro ein Sanierungskonzept unter Berücksichtigung der Gartendenkmalpflege erstellen kann. Ob es für Baumaßnahmen Fördermittel gibt, soll geprüft werden. Und dann könnte es wirklich losgehen.

Der Preis: 300 000 Euro. Damit könnte nach Ansicht der Stadtbetriebe ein gepflegter Grundzustand der Gartenanlage wieder hergestellt werden. Vor allem sollen dabei wichtige Gestaltungselemente, die Carl Friedrich Gethmann dem Garten vor mehr als 200 Jahren eingepflanzt hatte, wieder erlebbar gemacht werden. Im Detail plant die Verwaltung den Ausbau eines Rundweges durch den Gethmannschen Garten und die Wiederherstellung des historischen Platz- und Wegesystems samt der Erneuerung von Treppen und Stufen. Kostenschätzung: 140 000 Euro.

Weitere 160 000 Euro sollen in die Instandsetzung der historischen Plätze und Aussichtspunkte gesteckt werden. Warte und Wilhelmshöhe, Belvedere und Königsplatz sollen saniert, zugewucherte Plätze wie Dom oder Gertrudengrotte wieder freigelegt werden. Apropos frei: Gezielt nehmen die Stadtbetriebe die Sichtachsen in den Blick. Denn nicht nur das Grün der Parkanlagen, auch der freie Blick Richtung Ruhrtal und Stiepel, Burg und Ortskern verleihen dem Bummel im Gethmannschen Garten einen ganz besonderen Reiz.

15 000 Euro hatte die Stadt zuletzt jährlich für Grundpflegearbeiten im Gethmannschen Garten ausgegeben. Das reichte kaum für Rasen- und Gehölzschnitt. Akzente setzten andere. Der Heimatverein Blankenstein zum Beispiel, der die Steinernen Tische restaurierte und zusammen mit der Bürgergesellschaft 1000 Narzissen pflanzte. Ansatzweise aufgehübscht hat die Stadt den Garten zum 22. März 2015 – Gethmanns 150. Todestag.