Stadt fordert Kanal-Prüfungen nicht ein

Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Ende 2015 soll die Hattinger Wasserschutzzone aufgehoben werden. Dann endet auch die TÜV-Frist. Eigentümer der 1000 betroffenen Grundstücke müssen nicht mit kostspieligen Untersuchungen rechnen.

Hattingen..  Hattingens einzige Wasserschutzzone soll bis Ende des Jahres aufgehoben werden – für private Hausbesitzer bedeutet das eine Entlastung, denn die Frist für die kostspielige Kanalprüfung müssen sie nicht mehr einhalten. Denn bis Ende des Jahres, so sieht es der Gesetzgeber vor, müssen in Wasserschutzzonen Kanäle von Häusern, die vor 1965 gebaut wurden, überprüft werden. Doch selbst wenn sich die Aufhebung der Schutzzone bis ins kommende Jahr verzögern sollte, gibt die Stadt Entwarnung.

Teile von Holthausen, Welper und Blankenstein liegen aktuell im Wasserschutzgebiet. Grund ist die Trinkwassergewinnung im Wasserwerk Stiepel Blankenstein. Die allerdings soll zum Jahreswechsel aufgegeben werden, bestätigten die Stadtwerke Bochum. Gebiete, die vorher aus dem Werk beliefert wurden, werden dann von Gelsenwasser mit versorgt. Deshalb baut das Unternehmen derzeit eine Transportleitung. Doch erst wenn die fertiggestellt und funktionstüchtig ist, kann die Schutzzone aufgehoben werden.

Sollte es dabei zu Verzögerungen kommen und die Wasserschutzzone nicht bis zum Jahreswechsel wegfallen können, lässt die Stadt Hausbesitzer nicht in die Falle laufen. „Wir verschicken deshalb keine Prüfungsaufforderungen mehr“, versichert Melanie Jagusch-Klich, Abteilungsleiterin Stadtbetriebe und Tiefbau. Der EN-Kreis hatte bei der Bezirksregierung Arnsberg angeregt, das Schutzgebiet per Sondergenehmigung schnellstmöglich aufzuheben. Die stimmte zu – auch im Interesse der Eigentümer der etwa 1000 in Hattingen betroffenen Grundstücke. Im Übrigen, berichtet Melanie Jagusch-Klich, seien die meisten Kanäle ohnehin bereits überprüft worden.

Und auch für alle Besitzer von Wohnhäusern außerhalb eines Schutzgebietes – also demnächst für ganz Hattingen – schreibt die Stadt keine allgemeinen Prüffristen vor, obwohl sie die über eine Satzung festlegen könnte. „Wir fordern aber bei Einzelmaßnahmen Prüfungsbestätigungen an“, sagt Jagusch-Klich. Wenn beispielsweise Bauarbeiten geplant sind, würden Hausbesitzer aufgefordert, die Dichtigkeit der Rohre nachzuweisen. „Damit nicht unter Umständen die gerade fertiggestellte Straße wieder aufgerissen werden muss, weil ein Kanal plötzlich undicht ist“, erklärt die Abteilungsleiterin.

Andere Regeln für Gewerbetreibende

Andere Regeln gelten für Kanäle von Gewerbebetrieben, die Abwasser mit besonderen Inhaltsstoffen wegspülen. Sie müssen regelmäßig prüfen, dass die Leitungen dicht sind und werden dafür von der Stadt angeschrieben. Auch wer neu oder umbauen möchte – auch privat – muss die Dichtheit des Kanals nachweisen. Bei öffentlichen Kanälen ist die Stadt verpflichtet, die Rohre regelmäßig zu untersuchen. Die Abwasserkanäle im Wasserschutzgebiet wurden bereits im Jahr 2005 überprüft und saniert.