Stadt bringt mehr Frauen in Führungspositionen

Jutta Dincal
Jutta Dincal
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
40 Prozent der Fachbereichsleiter sind weiblich. Beim Thema Teilzeit sieht die Gleichstellungsbeauftragte Jutta Dinca Probleme. Frauenförderplan heute Thema im Stadtrat.

Hattingen..  Überwiegend weiblich ist das Personal der Stadtverwaltung schon lange. Zum Jahreswechsel 2014/2015 waren 516 der 839 Beschäftigten in den städtischen Dienststellen Frauen und 323 Männer. Im Bereich der Tarifbeschäftigten sind die Frauen mit 447 Arbeitsplätzen dabei deutlich überrepräsentiert. Nur 225 Männer arbeiten in diesem Segment. Bei den Beamten ist das Verhältnis umgekehrt. Dort gibt es 98 Männer und nur 69 Frauen.

Umso bemerkenswerter, dass gerade bei den Führungskräften Bewegung in die Verhältnisse gekommen ist. So stieg die Frauenquote bei den Fachbereichsleitungen innerhalb von nur zwei Jahren zwischen 2012 und 2014 von 20 auf 40 Prozent, bei den Stellvertretungen von 26 auf 41 Prozent.

92 Seiten starkes Papier

Nach Ansicht von Jutta Dinca hängt dies vor allem mit der hohen Qualifikation der Bewerberinnen zusammen. „Wenn sich Frauen in Bewerbungsgesprächen durchsetzen, dann weit überwiegend aufgrund der besseren Eignung und Befähigung“, schreibt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt im Frauenförderplan für die Jahre 2015 bis 2018. Das 92 Seiten starke Papier wird am Donnerstag dieser Woche im Stadtparlament abschließend beraten.

Und Dinca zieht Schlüsse: „Es ist wichtig, Brüche in der Erwerbsbiografie zu verhindern. Schwangerschaft und Elternzeit bzw. Beurlaubung aus familiären Gründen haben grundsätzlich Auswirkungen auf das berufliche Fortkommen. Diese Zeiten fehlen im Bereich der Berufserfahrung und der möglichen Fortbildungen. Daher ist es essenziell, mit diesen Beschäftigten Kontakt zu halten, sie, auch in der Elternzeit, zu schulen und ihnen Möglichkeiten zu bieten, mit geringem Stundenvolumen während der Elternzeit zu arbeiten.“

Probleme sieht die Gleichstellungsbeauftragte beim Thema Teilzeit. Allerdings zeigt sich nach Dincas Einschätzung ein Trend dahin, dass Teilzeit nicht nur zur Abfederung von Betreuungszeiten von Kindern oder zu pflegenden Angehörigen genutzt werde, sondern dass sich Beschäftigte „in der Teilzeit einrichten, ohne sich darüber bewusst zu sein, welche beamten-, arbeits-, versorgungs- und rentenrechtlichen Folgen die Arbeit in Teilzeit nach sich zieht“.

Dies gelte insbesondere, wenn die Teilzeitarbeit zu einem Einkommen unterhalb der Quote führe, die für eine eigenständige Existenzsicherung erforderlich sei.

Dinca verweist darauf, dass Beratungsangebote zur Verfügung stünden, jedoch nicht im ausreichenden Maße von den Teilzeitbeschäftigten wahrgenommen würden. Und fordert die Verwaltung zu einer „offensiveren Informationspolitik über die Folgen von Teilzeitarbeit“ auf.