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Die Mittelstraße

Stadt befürchtet leere Läden

15.02.2012 | 17:21 Uhr
Stadt befürchtet leere Läden
Die Stadtverwaltung Sprockhövels befürchtet, der geplante Ikea-Homepark am Rande von Wuppertal gefährdet die Einzelhandelsstruktur und verursacht einen erheblichen Verkehrszuwachs.

Sprockhövel.   Auf der Mittelstraße, der Haupteinkaufsmeile Haßlinghausens, befürchtet die Verwaltungsspitze leere Ladenlokale und eine Ansiedlung interessierter Spielhallenbetriebe. Aus diesem Grunde regt sich so vehement der Widerstand gegen die Ansiedlung von Ikea.

Auf der Mittelstraße, der Haupteinkaufsmeile Haßlinghausens, befürchtet die Verwaltungsspitze leere Ladenlokale und eine Ansiedlung interessierter Spielhallenbetriebe. Aus diesem Grunde regt sich so vehement der Widerstand gegen die Ansiedlung von Ikea.

Denn der Möbelriese (mit 25 500 Quadratmetern Verkaufsfläche) bringt ein Einkaufszentrum, auch „Homepark“ genannt, mit einer reinen Verkaufsfläche in der Größenordnung von 21 100 Quadratmetern mit.

Alle 150 Einzelhandelsbetriebe Sprockhövels zusammen haben eine Gesamtverkaufsfläche von etwa 24 800 Quadratmeter. Das neue Zentrum läge nur fünf Autominuten entfernt an der Stadtgrenze zu Wuppertal. Und die Stadt Wuppertal macht Nägel mit Köpfen.

Im Dezember 2011 wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes für das Gelände der Fertighausausstellung sowie die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen. Auch der Baubeginn steht für das Jahr 2014 schon fest. Die Nachbarstädte, bei Projekten dieser Größenordnung üblich, wurden bisher nicht beteiligt. Angeblich fehlen verschiedene Gutachten.

Besonders durch den Homepark befürchtet Sprockhövels Verwaltung katastrophale Folgen für die Einzelhandelsstruktur. Nach einer Wohnortbefragung kam ein Gutachter im Jahr 2009 in seiner Nachfrageanalyse zu folgendem Ergebnis: „Dank des überdurchschnittlichen Einkommensniveaus der Bevölkerung beträgt das für den Einzelhandel verfügbare Kaufkraftpotenzial – angrenzende Ortschaften und Nachbarstädte eingebunden – rund 486 Mio Euro.“ Allein für Sprockhövel wurde eine Kaufkraft von 169,5 Mio Euro errechnet. Doch im Einzelhandel der Stadt – und da sind die Umsätze der Lebensmittelketten mit erfasst – verbleiben nur rund 83 Mio Euro. Somit fließt rund die Hälfte der in der Stadt vorhandenen Kaufkraft ab. Um die vorhandene Kaufkraft überhaupt halten zu können, unterstrich der Gutachter an die Adresse der Gewerbetreibenden sowie an die Verwaltung und die Kommunalpolitiker „beträchtlichen Entwicklungsbedarf“.

Für neue Verkaufsflächen im Einzelhandel errechnete der Gutachter bis zum Jahr 2017 für das gesamte Stadtgebiet ein Volumen von bis zu 9000 Quadratmeter. Zwischenzeitlich können im Lebensmittelbereich durch die Ansiedlung des Rewe-Marktes und der Standortverlagerung von Aldi 2800 Quadratmeter neue Fläche verbucht werden. Was aus dem alten Aldi-Standort wird, ist nicht bekannt. Wie Sprockhövels Beigeordneter Bernd Woldt jüngst sagte, „handelt es sich bei den Läden auf der Mittelstraße um inhabergeführte Fachgeschäfte, die aber auch Ankergeschäfte brauchen, um ihre Kundenfrequenz zu erreichen“.

Kurt Bein

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