Sprachenvielfalt im Wartezimmer
02.06.2010 | 15:17 Uhr 2010-06-02T15:17:00+0200
In Hattingen ist es medizinischer Alltag, dass Ärzte und Patienten mit unterschiedlichem kulturellen, religiösen und sprachlichen Hintergrund aufeinander treffen. Regelmäßig gibt es Schwierigkeiten in der sprachlichen Verständigung. Patienten mit Migrationshintergrund können ihre Beschwerden nicht angemessen schildern. Behandlungserfolg und Gesundheit sind gefährdet. Umgekehrt haben unzureichende Kenntnisse fremder Kulturen Fehleinschätzungen sozialer und gesundheitlicher Probleme zur Folge. Abgesehen von den damit verbundenen Kosten gestalten sich Diagnose und Therapie oftmals kompliziert.
Beim nächsten Kamingespräch des Veranstalternetzwerks „Med in Hattingen“ steht deshalb die Sprachenvielfalt im Wartezimmer im Mittelpunkt der Diskussion. Am Donnerstag, 10. Juni, um 19 Uhr, sucht Moderator Pfarrer Udo Polenske gemeinsam mit seinen Gästen nach kreativen Lösungen. Es diskutieren Dr. Jihan Mohasseb, Chefärztin am Ev. Krankenhaus, und Nouzha Belhouji. Sie ist Gesundheitsmediatorin im MiMi-Projekt NRW. Ebenfalls dabei sind Ahmet Kimil vom Ethno-Medizinischen Zentrum aus Hannover und Erkan Cöloglu als Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Hattingen.
Die Runde wird verschiedene Fragen diskutieren: Brauchen wir mehr interkulturelle Lotsen in Krankenhäusern und Praxen? Oder muss der Arzt jetzt Türkisch, Arabisch oder Russisch lernen? Können Familienangehörige als Dolmetscher die Lösung sein? Wie verbessern wir die interkulturelle Verständigung im Gesundheitsbereich? Aber es wird auch der Frage nachgegangen, ob die Sprachenvielfalt im Wartezimmer neue Chancen bietet.
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Solange man Sätze hört wie Der soll Deutsch im Kindergarten und in der Schule lernen, Zuhause wird Türkisch gesprochen! eist eigentlich klar, welche Seite an der Reihe ist, zu handeln.