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Spontaner Applaus für die Herren vom Don

12.02.2012 | 19:34 Uhr
Spontaner Applaus für die Herren vom Don
In der evangelischen Kirche Niedersprockhövel blieb bei dem Konzert von Peter Orloff (mitte) und dem Schwarzmeer-Kosaken-Chor kein Platz frei.

Sprockhövel.   Peter Orloff und der Schwarzmeer Kosaken-Chor begeisterten am Freitagabend in der bis auf den letzten Platz besetzten Zwiebelturmkirche.

Peter Orloff und der Schwarzmeer Kosaken-Chor begeisterten am Freitagabend in der bis auf den letzten Platz besetzten Zwiebelturmkirche.

Mit einer virtuos ausgestalteten Solo-Toccata von Johann Sebastian Bach stimmt Ilya Kurtev am Bajan, einer osteuropäischen Form des chromatischen Knopfakkordeons, das Publikum auf ein außergewöhnliches Konzert ein. Dann treten in strengem Schwarz die Kosaken auf: In dem a cappella vorgetragenen Lied „Auf viele Jahre“ mischen sich die berühmten „schwarzen“ russischen Bässe klangschön mit den strahlenden hellen Tenören. Durch die Reinheit der klaren Stimmen überzeugt das ergreifende „Vater unser“ aus der russisch-orthodoxen Liturgie. Auch die Zarenhymne, eine alte Klosterballade, fesselt in ihrer schlichten und gerade deshalb so ergreifenden Klangschönheit.

Inniger Ausdruck zeichnet Franz Schuberts „Ave Maria“ in der Interpretation des Countertenors Igor Ishchak aus und verleiht dem Lied einen intimen Charakter. Nach dem spontanen begeisterten Applaus zeigen die Herren vom Don, dass sie auch in der Welt der Oper zu Hause sind: Wassili Antonows leuchtender Tenor begeistert im Gebet und Arie „Heiliger Gott“ aus der Oper „Saparoshez - Herrscher des Himmels und der Erde“ durch die Ausdruckskraft, mit der er die verhaltene Spannung und den kämpferischen Charakter dieser Arie hervorhebt; klangschön ist auch die vokale Untermalung.

Im berühmten Gefangenen-Chor aus Verdis Oper „Nabucco“ lassen die Schwarzmeer-Kosaken den Freiheitswillen eines unterdrückten Volkes lebendig werden und zeichnen dabei die Klangfarbenschattierungen eines ganzen Sinfonieorchesters nach.

Tenor Ivo Donkov bezaubert mit seinen innigen, weichen Phrasierungen und zart-verhaltenem Ausdruck in der Arie „Ich bete an die Macht der Liebe“, die zu den bekanntesten Stücken des ukrainischen Komponisten Dimitri Bortniansky zählt.

Das vielseitige Programm der Schwarzmeer-Kosaken runden Werke aus Oper und russischer Folklore wie Balladen und Tänze ab. Die Zuhörer bedankten sich mit begeistertem Applaus bei den Gästen vom Schwarzen Meer für ein stimmungsvolles Konzert.

Konstanze Führlbeck

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