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Sparkasse steht zu Ausschüttungen

04.07.2012 | 23:00 Uhr
Sparkasse steht zu Ausschüttungen
Tresortür auf für die Ausschüttungen: „Gewinnbeteiligung und Spendengelder fließen wie gewohnt weiter“, sagt Sparkassen-Sprecher Udo Schnieders

Hattingen.  Die Zerschlagung der WestLB hat keine Auswirkungen auf Hattinger Zahlungen, heißt es an der Roonstraße.

Die WestLB ist Geschichte. Zum Stichtag 30. Juni wurde die einst mächtige NRW-Landesbank zerschlagen. Hohe Verluste und milliardenschwere Rettungspakete haben ihren Weg in den vergangenen Jahren begleitet. Vier Tage vor dem endgültigen Aus für die Westdeutsche Landesbank hatte der Rat der Stadt Hattingen die Jahresbilanz 2011 der Sparkasse Hattingen auf der Tagesordnung. Diskutiert wurde darüber nicht, also auch nicht über die Auswirkungen der WestLB-Pleite auf das Hattinger Kreditinstitut mit Sitz an der Roonstraße.

„Es gibt auch keine direkten Konsequenzen für Hattingen – weder für unsere Kunden, noch für unsere Trägerin, die Stadt“, sagt Sparkassen-Sprecher Udo Schnieders auf Anfrage der Hattinger Zeitung. Konkret: Weder die Ausschüttungen an die Stadt, noch die Spenden und Sponsorings an die örtlichen Vereine und gemeinnützigen Organisationen seien gefährdet. Schnieders: „Wir behandeln den Vorgang wie normale Rückstellungen bei Verlusten aus Kreditgeschäften.“

Was die Abwicklung der WestLB die Hattinger Sparkasse kostet, findet sich auf Seite 22 des „Lageberichts“ zur Jahresbilanz 2011: „Die künftigen Gewinne der Sparkasse werden nach aktuellem Kenntnisstand durch die Ansparleistungen für die indirekte Haftung für die Abwicklungsanstalt der WestLB AG in den nächsten 23 Jahren mit durchschnittlich 0,7 Millionen Euro pro Jahr belastet.“ Insgesamt zahlt die Sparkasse Hattingen maximal 19,2 Millionen in die sogenannte Bad Bank der WestLB ein. Die Leistungen verteilen sich auf 25 Jahre. Seit 2010 wurden bereits 2,8 Millionen Euro überwiesen.

Dass dies dennoch keine ­Auswirkungen auf die Ausschüttungen an die Stadt habe, belegt Udo Schnieders mit den Zahlen für die letzten fünf Jahre. Und betont, dass der Betrag gerade im ersten Jahr der Reservenbildung für die WestLB von zehn auf 20 Prozent des Betriebsergebnisses erhöht wurde. Von der Sparkassen- in die Stadtkasse flossen: 143 200 Euro im Jahr 2007, 149 200 (2008), 153 800 (2009), 309 600 (2010), 327 900 (2011).

Weil die Stadt diese Beträge jeweils versteuern muss, landen ak­tuell allerdings nur 276 028 Euro im Rathaus. Verwendet werden soll die Summe entsprechend der Haushaltsbeschlüsse in voller ­Höhe für die Betreuung von Schulkindern.

„Auch unsere freiwilligen Ausschüttungen für Hattinger Vereine und gemeinnützige Institutionen bleiben in gewohntem Umfang erhalten“, versichert Udo Schnieders weiter. In den vergangenen fünf Jahren seien rund 1,1 Millionen Euro an Spenden und Sponsorings vergeben worden. Für das laufende Jahr liegt der Betrag bei 200 000 Euro, bestätigt Stadtkämmerer Frank Burbulla. Der sich im Falle der Sparkasse auch über eine dritte Einnahmequelle fürs Stadtsäckel freut: 1,6 Millionen Euro überwiesen die Banker im abgelaufenen Geschäftsjahr als Gewerbesteuer-Vorauszahlung.

Ulrich Laibacher



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