Sorgen an der Waldstraße

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Was wir bereits wissen
Das Traditions-Gymnasium warnt vor einer Fusion mit dem Gymnasium im Schulzentrum und einer Verlegung dorthin. Die Stadt wartet das Gutachten ab.

Hattingen..  Der Brandbrief ist vier Seiten lang und an die Bürgermeisterkandidaten Manfred Lehmann und Dirk Glaser gerichtet – mit Kopien an alle Entscheidungsträger in Rat und Verwaltung. Unterschrieben haben ihn Schulleitung, Lehrerrat, Elternpflegschaft und Schülervertretung des Gymnasiums Waldstraße. Inhalt: eine vehemente Positionierung für den Verbleib des Gymnasiums am alt-ehrwürdigen Standort. Grund: ein fehlendes Dementi.

Fangen wir mit den Fakten an. Die Marie-Curie-Realschule im Schulzentrum Holthausen läuft im Juli 2016 aus. Für die frei werdenden Räume wird eine neue Nutzung gesucht. Rat und Verwaltung wollen die Frage innerhalb des neuen Schulentwicklungsplans klären, der zurzeit für die ganze Stadt erarbeitet wird. Öffentlich diskutiert wurde bereits über eine Verlegung der Grundschule Holthausen ins Schulzentrum. Die betroffenen Eltern wehren sich.

Plausibilität wird überprüft

Dann kommt ein Gerücht ins Spiel. Auch eine Fusion der beiden Gymnasien am Standort Holthausen sei denkbar, heißt es. An der Waldstraße schrillen die Alarmglocken. Im Schulausschuss fragt eine besorgte Mutter nach, in der Runde der Schulleiter Cornelia Bering, stellvertretende Direktorin des Gymnasiums Waldstraße. „Die Antwort der Schuldezernentin war in beiden Fällen dieselbe: Wir denken in alle Richtungen, noch ist nichts beschlossen“, erzählt Cornelia Bering dazu auf Anfrage der WAZ. Der Schule reicht das nicht. Der Brandbrief ist die direkte Folge des fehlenden Dementis. Nun gibt es am 26. August eine Podiumsdiskussion über die Zukunft des Gymnasiums Waldstraße. Eingeladen sind die Bürgermeisterkandidaten, Schuldezernentin Beate Schiffer und die Ratsfraktionschefs.

Im Gespräch mit der WAZ bittet Beate Schiffer um Verständnis für die Haltung der Schulverwaltung. „Es kann kein Dementi für einen Einzelfall geben, weil wir die Schulentwicklung für die nächsten 20 Jahre auf zukunftsorientierte Füße stellen müssen“, sagt die Dezernentin. „Wir wollen jetzt zunächst das Gutachten abwarten. Mit Blick darauf wird am 1. Oktober der Entwurf für einen Schulentwicklungsplan im Rat eingebracht. Dann können alle Einfluss nehmen.“

Schiffer sichert zu, dass die Studie auf Plausibilität überprüft wird. Schon jetzt gebe es eine Arbeitsgruppe aus Schulverwaltung, Gebäudewirtschaft und Stadtplanung. Auch die Themen Inklusion und Ganztag würden beachtet.