Sommerfest schweißt Kulturen zusammen

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Auf dem Marktplatz in Welper präsentierten sich am Samstag 24 Organisationen. Ziel der Veranstaltung war es, Brücken zu bauen – zu den Bürgern im Ortsteil und untereinander.

Hattingen..  Deutsches Bier, russische Quarktaschen und türkische Pfannkuchen: All’ das waren kulinarische Spezialitäten auf dem Welperaner Marktplatz. 24 verschiedene Organisationen, die sich im sozialen Bereich engagieren, feierten dort am Samstag gemeinsam das erste interkulturelle Sommerfest.

In Welper leben Menschen vieler unterschiedlicher Kulturen und doch haben viele im Alltag wenig wieder Berührungspunkte miteinander. Also gilt es, Brücken zu bauen. Nicht nur zwischen den Nationalitäten, auch zwischen den Anbietern in den Bereichen Sozial-, Bildungs- und Sportkultur. Was beim Sommerfest trefflich gelang.

Am Stand der Kita Hunsebeck oder der Gesamtschule in Welper etwa spielten Jung und Alt zusammen Karten, Schach oder malten. Auch das Freizeitwerk Welper, deren Einrichtungen das gesamte Jahr über Menschen verschiedensten Alters besuchen, präsentierte seine gesamte Palette an Angeboten. „Wir sind ein Teil von Welper, uns kennen viele, da wäre es falsch, bei diesem Sommerfest nicht dabei zu sein“, sagte Bildungsreferentin Brigitte Christiansen und verwies darauf, dass Integration stets ein Thema im Freizeitwerk samt Jugendbildungsstätte sei.

Auch kulinarisch war die Vielfalt groß

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland verkaufte beim Sommerfest derweil Traditionelles aus Russland, wie etwa Babuschka-Puppen. „Etwa 6000 Russlanddeutsche leben in Hattingen, viele sind seit 20, 25 Jahren hier und haben hier ihre zweite Heimat gefunden“, erklärte Alla Weber von der Landsmannschaft der Russlanddeutschen. Sie möchte sich für die Flüchtlingskinder engagieren und den Erlös aus dem Verkauf spenden. Auch die Kinderhilfe Eritrea hat durch Flüchtlingsfamilien aus Eritrea Kontakt zu Welper. Die Mütter erhalten bei ihr Deutschunterricht. Das interkulturelle Sommerfestes sollte auch den Flüchtlingen den Ortsteil Welper näher bringen.

Die Kulturen näher zusammenzurücken: In den Speisezelten war das bereits zum Festbeginn gelungen. So duftete nahe des Reibeplätzchen-Standes des Emmy-Kruppke-Zentrums frisches Gözleme – ein türkischer Pfannkuchen, gefüllt etwa mit Spinat oder Schafskäse. Und wenig weiter drehte sich am Stand der Ditib-Gemeinde der Dönerspieß. Insgesamt 300 gerollte Pizzen und 20 Kilogramm Lammfleisch gingen dabei am Sommerfest-Tag an die hungrigen Besucher, erklärte Ismail Eroglu zufrieden.

Zufrieden, das schienen auch die Festbesucher zu sein, hauptsächlich Welperaner, die die Veranstaltung ganz im Sinne der Sache nutzen: zur Begegnung miteinander. „Bislang hat so etwas hier in Welper gefehlt. Auf solch einem Fest lernt man mal alle Organisationen kennen“, zog Thomas Loock stellvertretend für viele ein positives Fazit.