Solidarisch mit den Schwachen
09.03.2010 | 16:35 Uhr 2010-03-09T16:35:00+0100Bernd Loewe plant die Gründung eines gemeinnützigen Vereins, um Menschen in der Not zu helfen.
Über seine Arbeit bei der Nachbarschaftshilfe hat Bernd Loewe erfahren, „was da draußen los ist”. Vor anderthalb Jahren hat er diese Initiative ins Leben gerufen. Jetzt hat er Neues vor: „Hattingen solidarisch” soll der gemeinnützige Verein heißen, den er mit neun Mitstreitern im April gründen will.
Denn da draußen gibt es die behinderte und mittellose Dame in Welper, die ihre Küche nicht allein streichen kann. Und die Mutter, der 35 Euro fehlen, um ihre kranke Tochter in der rund 120 Kilometer entfernten Klinik abzuholen. Ziel des Vereins soll es sein, Menschen unbürokratisch zu helfen. Denjenigen, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind. „Und selbst nicht wieder herausfinden”, erklärt Loewe. Was sie nicht wollen: „die Menschen bevormunden”.
Rund zehn Prozent der Hattinger leben von Hartz IV, etwa 5700 Menschen, hat sich Loewe informiert. Ihnen wollen sie Hilfe anbieten: Geld- oder Sachspenden. Sie könnten helfen, einen neuen Kühlschrank zu besorgen. Im HAZ etwa. Mit den Zuständigen ist Bernd Loewe bereits im Kontakt. So wie auch mit Mitarbeitern aus dem Seniorenbüro oder von der Tafel. Über diese Anlaufstellen sollen Bedürftige vom Angebot „Hattingen solidarisch” erfahren. Weitere Pläne des Vereins: Paten zu finden, die im Alltag helfen. Dazu könnten Behördengänge gehören. Eine andere Idee: Fahrten zum „Sozialkaufhaus” nach Bochum organisieren, wo die Menschen günstiger einkaufen können. „Unsere Palette ist breit und noch lange nicht zu Ende gebracht”, sagt Loewe. Die Aufgaben werden sich in der Praxis ergeben. Wichtig ist den künftigen Vereinsmitgliedern, dass die Hilfe bei den richtigen Menschen ankommt, damit sie nicht ausgenutzt werden. Unterstützung erhoffen sie sich auch von Spendern und Sponsoren. Mit einigen sei Loewe bereits im Gespräch. Wer Mitglied werden will, gibt das, was er geben kann: Geld oder Zeit.
Zur Infoveranstaltung lädt Hattingen solidarisch am Dienstag, 16. März, ins HAZ Arbeit+Zukunft, Am Walzwerk 19, ab 17 Uhr, ein. Es geht um Themen wie „Was bedeutet Armut in Hattingen?” Mit Kurzreferaten der Ehrenamtlichen von der Tafel sowie Erika Beverungen-Gojdka, Fachbereichsleiterin Soziales und Wohnen. Anschließend stellt der neue Verein sich und seine Ziele vor.
www.hattingen-solidarisch.de, Bernd Loewe Tel. 82 526
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