„So kann es nicht weitergehen“

Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch im Gespräch mit WAZ-Redakteur Michael Brandhoff.
Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch im Gespräch mit WAZ-Redakteur Michael Brandhoff.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Bürgermeisterin Dagmar Goch spricht im WAZ-Interview über die Zukunft der Stadt – auch über die finanzielle: Wenn die Städte kaputt gingen, gebe es Probleme in der gesamten Republik.

Hattingen..  Zum Abschluss der einjährigen Serie über die Hattinger Stadtteile gibt es in der heutigen Ausgabe einen Ausblick auf Hattingen im Jahr 2030. WAZ-Redakteur Michael Brandhoff unterhielt sich mit Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch über die Zukunft unserer Stadt.

Frau Dr. Goch, sofort zum Thema: Wie steht Hattingen 2030 da?

Dagmar Goch: Hattingen wird sehr gut dastehen, weil wir in den vergangenen zehn Jahren die Weichen für eine gute Entwicklung gestellt haben. Im Jahr 2008 wurde das Strategiekonzept 2020 erstellt, an das wir uns immer gehalten haben und auf dem das Stadtentwicklungskonzept 2030 basiert. Das ist eine solide Grundlage, auf der wir neben den Alltagsproblemen guten Gewissens Entscheidungen treffen können.

Alltagsprobleme: Da ist zum Beispiel die angespannte Haushalts-Situation – wird die Stadt sich denn finanziell erholen und wieder auf die Beine kommen?

Wir können nur hoffen, sind in diesem Punkt nicht die handelnden Personen. Aber es läuft ja nur über eine neue Gemeindefinanzierung. Wenn die Städte kaputt gehen, gibt es Probleme in der gesamten Republik. Ich bin überzeugt, dass es so nicht weitergehen kann, die Finanzausstattung muss auf ganz neue Füße gestellt werden. Auch müssen wir durch einen Fonds oder eine Bad Bank von den Altschulden befreit werden.

Wegen der finanziellen Situation setzt die Stadt auf bürgerschaftliches Engagement, sie haben auch immer wieder die Bürgerstadt als eines Ihrer Ziele formuliert.

Wir sind da klasse vorangekommen. Die Quartiersentwicklung, die Flüchtlingshilfe, Kinderpatenschaften und noch mehr – ich bin froh, dass es am Ende meiner Amtszeit so geklappt hat. Im Jahr 2030 wird das alles ganz selbstverständlich sein, dass Bürger Teil der Stadtgestaltung sind – und auch so fühlen. Es muss klar sein: Diese Stadt wird nicht verwaltet, diese Stadt wird gestaltet.

Schauen wir auf den Stadtteil, in dem Sie zu Hause sind: Holthausen. Schnell gewachsen, junge Familien wurden hier in die Stadt geholt und dennoch sind nicht alle zufrieden.

Natürlich fehlt ein Versorgungszentrum mit Arzt, Apotheke und anderen Angeboten. Der Identifikationspunkt fehlt, auch der Heinz-Wittpoth-Platz wird nicht so angenommen wie erhofft.

Wo sieht sich Dagmar Goch denn im Jahr 2030?

Mit einem Kaffee auf dem Wittpoth-Platz sitzend, nette Menschen treffen und austauschen – das Leben in Holthausen genießend.

Frau Dr. Goch, vielen Dank für das Gespräch.