„So eine Chance bekomme ich nie wieder“

Will jetzt mit selbst geschriebenen und komponierten deutschsprachigen Rocksongs durchstartet: der Mechatroniker Andre Roszewicz, 24.
Will jetzt mit selbst geschriebenen und komponierten deutschsprachigen Rocksongs durchstartet: der Mechatroniker Andre Roszewicz, 24.
Foto: Funke Foto Services
Andre Roszewicz kann nach „Rising Star“ zwar noch nicht von der Musik leben, hat bei Live-Auftritten aber viel gelernt und hofft auf den Durchbruch und ein eigenes Album im nächsten Jahr

Nein, ein Star ist Sänger Andre Roszewicz (noch) nicht – auch wenn der Hattinger in der RTL-Musik-Castingshow „Rising Star“ im Herbst Platz zwei im Finale belegte. Doch die TV-Auftritte und die Kontakte, die er am Rande der Live-Shows knüpfte, haben dem 24-Jährigen zumindest den Weg vom Hobby- zum Berufsmusiker geebnet.

Noch gut erinnert Andre Roszewicz sich an den Tag, als er im Sommer von den Machern von „Rising Star“ angerufen und gefragt wurde, ob er mitmachen wolle bei dieser Show. „Bis dato habe ich mich immer vor Casting-Shows gesträubt, weil mich das Format nicht überzeugt hat“, sagt Andre Roszewicz. Aber dieses Mal passte es. Seit er seine stimmlichen Qualitäten vor Jahren eher zufällig beim Musizieren mit einem Freund entdeckte, träumt der gelernte Mechatroniker davon, irgendwann einmal ganz allein vom Gesang leben zu können. Und so gesehen, hat „Rising Star“ ihm durchaus einiges gebracht.

So etwa sagt Andre Roszewicz, er wisse nun, wie es sich anfühlt, vor einem Millionenpublikum zu singen. „Da must du echt Bock drauf haben“, sagt er im heimischen Wohnzimmer, ruft sich noch einmal in Erinnerung, wie angespannt er vor seinen Live-Auftritten war. Wie er seine Nerven dann aber auf den Punkt in den Griff bekam, auf der Bühne sang und schließlich total glücklich war, als vor ihm die LED-Wand hochging – sichtbares Zeichen dafür, dass er bei der Live-Abstimmung der Zuschauer die 78-Prozent-Hürde geknackt hatte.

Neben diesen bis dato völlig neuen Erfahrungen habe er während der Zeit bei „Rising Star“ auch „mit super Vocal-Coaches zusammengearbeitet“. Vor allem aber hatte die Show, trotzdem RTL sie wegen schwacher Quoten frühzeitig einstellte, einen gewissen Promotion-Effekt. Die Zahl der Fans etwa, die die Musikvideos des Hattingers auf Youtube abonniert haben, hat sich seit „Rising Star“ von 4000 auf rund 10 000 erhöht. „Allein nach meinem Auftritt in der ersten Show hatte ich plötzlich zweieinhalbtausend neue Abonnenten.“ Angeklickt wurden die Videos von „aberandre“ – so sein Künstlername im Internet-Kanal – dabei bereits weit über 500 000 Mal.

Leben allerdings, gesteht Andre Roszewicz, könne er bislang nicht von der Musik – abgesehen von den Hochzeitsmonaten, wenn er Brautpaare mit Ständchen ihrer Wahl beglückt. Gerade jüngere Paare wünschten sich dabei Sänger, die Hits aus den Charts covern. So wie er alle zwei Wochen auf Youtube – noch.

Denn Andre Roszewicz hat viel vor im neuen Jahr. „Ich möchte ein eigenes Album herausbringen“, verrät er. Durch den in Folge von „Rising Star“ entstandenen Kontakt zu Musik-Produzent Christian Geller, der unter anderem schon an Produktionen von Modern Talking, den No Angels sowie Volksmusik- und Schlager-Ikone Heino beteiligt war und der mit dem Hattinger in 2015 zusammenarbeiten will, hofft Andre Roszewicz auf den Durchbruch. Geller habe gute Kontakte zur Plattenfirma Sony – und er durch private Sponsoren inzwischen zumindest genug Geld „für drei, vier Singles zusammen“. Mit selbst geschriebenen und komponierten deutschsprachigen Rocksongs will der 24-Jährige dabei durchstarten im Musikbusiness. Wohlwissend: „So eine Chance, die bekomme ich nie mehr wieder.“

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE