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Statussymbole

Smartphones sind Gesetz

20.07.2012 | 17:38 Uhr
Smartphones sind Gesetz
Hasan Bertan (24) mit Smartphone. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen.  In der Hinsicht sind gerne alle jungen Leute mobil. Viele lassen sich mit dem Führerschein Zeit. Andere stehen noch auf Autos. Rauchen gilt dagegen als eklig.

Junge Leute sind gern mobil, drücken dabei aber lieber das Smartphone ans Ohr als ins eigene Auto mit vier heißen Reifen zu steigen: Der Wandel bei Prestigeobjekten jüngerer Menschen ist auch in Hattingen abzulesen. Auf die Frage, was für sie wichtig ist, kommt wie aus der Pistole geschossen: mein iPhone.

Nicht nur bei Hasan Bertan. „Ich brauche es eigentlich nicht“, sagt der 24-Jährige. Doch hat er gern „das Beste, was man kriegen kann“, in der Tasche. Aus der Jacke zieht der Industriekaufmann ein Samsung S2.

„Handys und Smartphones sind Gesetz“, weiß auch Olaf Jacksteit von der Abteilung Jugendförderung der Stadt. „Ohne geht nichts mehr“, ist seine Erfahrung. Schon Zehnjährige hätten zum Teil teure Geräte. Spätestens in der weiterführenden Schule sind die Kommunikationsgeräte dann Pflicht. Dass das Auto nicht mehr des Deutschen liebstes Kind sein soll, zumindest wenn er noch jung an Jahren ist, könnte für Jacksteit auch etwas mit den Kosten zu tun haben. Dann müssen Prioritäten gesetzt werden, die zugunsten der virtuellen Beweglichkeit ausfallen können und dem Kontakt per Handy statt Mobilität durch ein eigenes Fahrzeug.

„Mein Hund ist mein Kind“, sagt Christina Sonnenschein in der Fußgängerzone halb scherzhaft – und nimmt ihren Mops auf den Arm. Für sie gibt es Wichtigeres als Statussymbole.

Dass Jugendliche nicht mehr so heiß auf die Fahrerlaubnis und ein eigenes Auto sind wie früher, beides nicht mehr unbedingt möglichst schnell haben wollen, bestätigt Fahrlehrer Markus Hirschberger. „Das hat sich geändert. „Die jungen Leute müssen nicht mehr alle mit 18 den Führerschein haben“, möglichst zum Geburtstag, hat er festgestellt.

„Klar ist das Handy ein Statussymbol“, sagt Andreas Gehrke vom Kinderschutzbund mit Blick auf Kinder und Jugendliche. „Das neueste und schönste muss es oft sein“, weiß der ehemalige Leiter im Haus der Jugend aus Erfahrung mit der Altersgruppe. Wichtig ist ihm deshalb, auch Eltern auf Risiken und Fallen aufmerksam zu machen, damit sie keine Verträge für den Nachwuchs abschließen, sondern ein Prepaid-Handy kaufen, so dass die Kosten im Blick bleiben. Medienkompetenz hält der Kinderschutzbund für wichtig – nicht nur im Umgang mit dem Handy. Dass das Auto nicht mehr wichtig ist, glaubt er nicht. „Jugend ist keine homogene Masse.“ Das beobachtet er auch an Nichten und Neffen. Ein Neffe hat sich gerade einen amerikanischen Sportwagen gekauft.

Auch Hasan Bertan steht auf Autos. Der 24-jährige Industriekaufmann fährt einen BMW. Nach Essen allerdings nimmt er Bus und Bahn, „das ist mir zu blöd mit dem Auto“. Bei Kleidung legt er keinen Wert auf Marken, „Hauptsache, es sieht gut aus“.

Gut sieht es bei der Prävention aus, so die Suchtberatung der Caritas beim Thema Jugend und Rauchen. Denn der Glimmstängel als Statussymbol ist überhaupt nicht mehr angesagt nach Erfahrung von Yvonne Hahn: „Das hat sich geändert. Viele Jugendliche finden Rauchen eklig.“ In Schulklassen gebe es immer weniger Raucher. Gegenüber Alkohol ist die Abneigung dagegen weniger groß.

Brigitte Ulitschka

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