Sirene soll vor Katastrophen warnen

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Was wir bereits wissen
EN-Kreis und Städte arbeiten an einem neuen Konzept für ein kommunales Warnsystem. Förderung gibt es vom Land. Hattingen hat noch sechs Sirenen.

Hattingen..  45 Sirenen warnten früher die Hattinger Bevölkerung vor Gefahren, bis sie von scheinbar moderneren Techniken zur Alarmierung im Katastrophenfall abgelöst wurden. Nun diskutieren Land, Kreis und Stadt darüber, die Sirenen wieder aufzubauen – auch, um im Fall von Unwettern und sonstigen Schadenslagen warnen zu können.

Es werden Pläne erarbeitet, inwieweit die Städte ihre vorhandenen Anlangen ergänzen oder neu aufbauen müssen für das Zurück zur Sirene. Ein entsprechender Arbeitskreis wurde beim Ennepe-Ruhr-Kreis eingerichtet. „Es wurde versucht, die Menschen über verschiedene Wege zu alarmieren, über Radio, Rauchmelder, Smartphones“, erklärt Ralf Weber, stellvertretender Leiter des zuständigen Fachbereichs Ordnung der Stadt. Nun sei festgestellt worden, dass die Warnung im Katastophenfall nur über Sirenen sicherzustellen ist.

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt daher insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung für den Aufbau kommunaler Warnsysteme. „Der Anteil der Mittel für Hattingen wird aber nicht ausreichen. Das wird auch ein haushaltstechnisches Problem“, prognostiziert Weber.

Derzeit werden durch Fachfirmen Beschallungspläne erstellt. Die geben Auskunft darüber, wie viele Sirenen aufgestellt werden müssten und wo, um alle Hattinger zu erreichen. Dann gilt es zu prüfen, ob städtische Standorte ausreichen oder möglicherweise auch Verhandlungen mit Grundstückseigentümern nötig werden. Zum Zeitrahmen sagt Weber nur so viel: „Der Verwendungsnachweis für die Mittel des Landes muss bis Ende des Jahres erbracht sein.“

Die Hattinger Feuerwehr befürwortet die Wiederbelebung der Sirene als Warnmittel: „Wichtig ist aber, dass es ein übergreifendes Konzept gibt. Die Bevölkerung muss mitgenommen werden und muss wissen, welches Verhalten mit welcher Warnung hervorgerufen werden soll“, sagt Feuerwehrchef Tomas Stanke. An diesem Konzept wird nun gearbeitet.

Nur noch sechs der ursprünglich 45 Sirenen sind in Hattingen erhalten geblieben. Als sie für die Warnung der Bevölkerung nicht mehr benötigt wurden, übernahm zunächst die Feuerwehr 18 Sirenen – um die freiwilligen Kräfte lautstark zum Einsatz rufen zu können. Doch auch diese Funktion ist längst überholt. „Wir alarmieren heute komplett mit Funkmeldeempfängern und sind flächendeckend erreichbar“, so Stanke.

Im Jahr 2001 wurden in der Folge die meisten Hattinger Sirenen demontiert. Nur sechs blieben – dazu hatte man sich nach den Anschlägen des 11. Septembers in den USA im selben Jahr entschlossen.