Singende Damen wünschen sich Nachwuchs
11.05.2012 | 16:58 Uhr 2012-05-11T16:58:00+0200
Hattingen. Damenchor Hattingen-Welper kämpft mit Vorurteilen und sucht Verstärkung in Alt und Tenor.
Den Blick konzentriert auf die Noten gerichtet, den Mund leicht geöffnet, stehen die Frauen nebeneinander, summen, stimmen und singen dann ausgelassen. An diesem Abend erfüllen die Klänge von Rod Stewards Klassiker „Sailing“ ebenso das Paul-Gerhardt-Haus wie „My Lord, what a morning“.
„Wir sind im Jahr 2000 aus einem reinen Männerchor entstanden“, erinnert sich Sonja Bellmann an die Gründung des Damenchores in Welper. Zwar können die Sängerinnen noch nicht auf eine lange Tradition zurückblicken, trotzdem sind sie mit Leidenschaft und Rhythmus dabei. „Etwa 70 Prozent unserer Mitglieder singen seit der Gründung“, weiß Vorsitzende Sonja Bellmann.
Die Sängerinnen kommen hierbei nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Sprockhövel, Witten oder Gevelsberg nach Welper. „Es gibt mehr etablierte Männer- als Damenchöre“, erklärt Bellmann die Hintergründe für die große Resonanz. „Trotzdem haben wir nach wie vor mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass Damenchöre aufgrund der hohen Stimmen unangenehm für die Zuhörer seien“, so die Vorsitzende.
Singen bedeute Innovation und Inspiration gleichermaßen, beschreibt die Sängerin ihre Begeisterung: „In der Gemeinschaft kann ich mir meine Probleme von der Seele singen.“ Seit zwei Jahren leitet Musiker Frank Bleckert aus Solingen den Damenchor. „Seitdem haben wir uns gesanglich stark verbessert“, weiß Margret Bender, zweite Chor-Vorsitzende, und ergänzt: „Er arbeitet sehr penibel.“
Das Repertoire der Sängerinnen beinhaltet neben Stücken aus Musical und Oper ebenfalls Popmusik-Stücke in englischer und deutscher Sprache. „Wir haben in den vergangenen Jahren bereits mit Sängern der Staatsoper Mainz zusammengearbeitet“, berichtet Sonja Bellmann stolz. „Wir versuchen außerdem zwei große Konzerte im Jahr zu veranstalten“, wirft Margret Bender ein.
Aus diesem Grund sucht der Damenchor Verstärkung – besonders Sängerinnen mit tiefen Stimmen sind gefragt: „Wir brauchen noch Stimmen im Alt und Tenor.“ Das Alter der Nachwuchssängerinnen sei jedoch nebensächlich, betont Bellmann. Trotzdem: „Natürlich wäre es schön, wenn das Alter gedrückt wird.“ Zurzeit sei das jüngste Chormitglied 39, das älteste bereits 80 Jahre alt. „Singen hält jung“, erklärt Bender und lacht. Die Proben seien daher immer gut besucht.
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