Sicherheitsdienst für Flüchtlinge in Hattingen

An der Werksstraße schaut jetzt ein Sicherheitsdienst nach dem Rechten.
An der Werksstraße schaut jetzt ein Sicherheitsdienst nach dem Rechten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Er sieht zur Vorbeugung, aber auch nach internen Streitigkeiten im Wohnheim Werksstraße nach dem Rechten, wenn keine Sozialarbeiter mehr im Haus sind.

Hattingen..  „Die Stadt sorgt selbst für Sicherheit“, haben die Verantwortlichen noch vor einem halben Jahr in Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen gesagt. Inzwischen hat sie einen privaten Sicherheitsdienst eingeschaltet, die Polizei fährt Streife. Auslöser war weniger Bedrohung von außen als das Zusammenleben drinnen im Heim an der Werksstraße. Die Verwaltung reagiert damit auch auf den Hinweis, „junge Frauen sind durch männliche Übergriffe gefährdet“.

Marko Happich hat für Die Linke im Sozial- und Gesundheitsausschuss Ende Februar beantragt, die Verwaltung solle „in der nächsten Ausschusssitzung berichten, wie das Konzept der Raumaufteilung und Unterbringung vor allem für junge und/oder alleinstehende Frauen in Gemeinschaftsunterkünften gestaltet ist, um Konfliktsituationen bereits im Vorfeld möglichst zu vermeiden“.

Die Stadt räumt ein, aus Platzmangel bei der Zusammenstellung der Bewohner nicht mehr die Rücksicht nehmen zu können wie in der Vergangenheit und, so Beigeordnete Beate Schiffer, darauf zu achten, dass Familien, junge Leute, Alleinstehende und ihre unterschiedlichen Interessen und Ansprüche sich nicht in die Quere kommen. „Zwischen Baum und Borke“ fühlt sich Beate Schiffer, beim Thema Sicherheitsdienst. Wann und wie oft er im Haus ist, sagt sie nicht, damit diejenigen, die sich nicht an die Hausordnung halten, sich nicht darauf einstellen können.

Konfliktvorbeugung

Erika Beverungen-Gojdka, Leiterin des Fachbereichs Soziales und Wohnen der Stadt, geht es ebenfalls um Konfliktvorbeugung. Mit dem Sicherheitsdienst würden noch Erfahrungen gesammelt und diese dann ausgewertet. Die Bewohner seien informiert worden. Aktuell liegt die Zahl der Flüchtlinge in Hattingen bei 337, 130 bis 135 seien an der Werksstraße untergebracht. Räumliche Entspannung erhofft sich Erika Beverungen-Gojdka durch die Unterbringungsmöglichkeiten im LWL-Trakt.

Von Übergriffe durch Männer im Übergangsheim an der Werksstraße ist Kenan Araz nichts bekannt. Der Mitarbeiter der Flüchtlingsberatung des EN-Kreises erkennt die Bemühungen der Stadt an, kritisiert jedoch, es müsste mindestens einen männlichen Sozialarbeiter geben an der Werksstraße geben. Wie berichtet, nimmt sich ein Frauen-Trio des Übergangsheims an.

„Es ist nicht so, dass wir allabendlich einen Gang machen“, sagt Polizeisprecher Dietmar Trust. Polizeistreifen würden nicht nur am Busbahnhof vorbeifahren, sondern auch am Übergangsheim Werksstraße. Einen Auslöser oder besonderen Anlass für die Tour, die vorher schon lief, gebe es nicht.