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Sichere Absage

19.06.2012 | 17:48 Uhr
Sichere Absage
Abgesagt: Auf dem Burghof in Blankenstein sollte Freitagabend Public Viewing stattfinden. Aber: Ohne Sicherheitskonzept keine Party.

Hattingen.   Public Viewing auf Burg Blankenstein fällt wegen fehlenden Sicherheitskonzepts aus. Altstadtfest hingegen gründlich geplant – Auflagen für das EM-Finale

Bei Bier und Bratwurst auf dem Balkon oder bei Bratwurst und Bier mit Hunderten von Fans vor der Großbildleinwand. Fußballzeit ist Feierzeit – besonders dann, wenn sich die Deutsche Mannschaft im Gegensatz zu den geheim (gebliebenen) Favoriten wie Polen oder Niederlande von Sieg zu Sieg spielt. Wo geschaut wird: Nebensache. Das gilt jedoch nicht für die Veranstalter von Public Viewing, die strenge Auflagen erfüllen müssen. Auf der Burg Blankenstein sollte Freitag das EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Griechenland bei der „Radio Ennepe Ruhr Party“ groß gezeigt werden. Jetzt kam die Absage. Begründung: Ein Sicherheitskonzept für das Public Viewing habe gefehlt.

Dass die Party, zu der Radio Ennepe Ruhr nach eigenen Angaben rund tausend Menschen erwartet hatte, abgesagt wurde, liegt offenbar an einer Planungspanne. „In der Kommunikation mit dem Bau- und Ordnungsamt hat alles nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Sicherheit konnte nicht in dem Maße sichergestellt werden, wie wir es wollten“, sagt David Schattke, Teamleiter Marketing bei Westfunk, Servicebetreiber des Senders.

Zu gut deutsch: Es hat keinen Antrag auf Genehmigung des Public Viewings gegeben. So äußert sich zumindest Stadt-Pressesprecher Thomas Griesohn-Pflieger. „Uns ist nur bekannt gewesen, dass etwas stattfinden soll. Aber es ist kein Antrag eingegangen.“

Keine Probleme gibt es dagegen mit dem Sicherheitskonzept für das Altstadtfest nächste Woche (29. Juni bis 1. Juli). Seit Mai steht das 60 Seiten starke Dokument, dass in seinem Kern auf dem Sicherheitskonzept vom vergangenen Jahr basiert. „Wir haben bereits in 2011 Kontakt mit der Baubehörde, dem Ordnungsamt und der Polizei aufgenommen und frühzeitig Gespräche geführt“, erzählt Georg Hartmann, Geschäftsführer von Hattingen Marketing.

Das Konzept wurde von Diplom-Ingenieur Frank Körner (Witten) für das letztjährige Altstadtfest erstellt. Kosten damals: 8000 Euro. Es war das Jahr nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg mit 21 Toten und über 500 Verletzten. Die Auflagen, die eine solche Großveranstaltung erfüllen muss (siehe Text unten), waren jetzt sehr hoch und klar formuliert. „Wir konnten für dieses Jahr auf das Konzept zurückgreifen, haben es aber novelliert, um dem für Sonntag (1. Juli, d. Red.) geplanten Public Viewing gerecht zu werden“, so Hartmann.

Mit circa 30 000 Zuschauern in drei Tagen rechnet man auf Veranstalterseite. 800 von ihnen dürfen auf dem Kirchplatz am Public Viewing teilnehmen. Mehr erlaubt die Sonderbaugenehmigung nicht. „Wir haben den Kirchplatz gemietet. Es wird also ein privater Platz sein, auf dem wir Hausrecht haben.“ Zwar erwartet Hartmann eine fröhliche, eine friedliche Stimmung. Trotzdem müssten sich die Besucher auf stichprobenartige Kontrollen einstellen. „Wir werden Taschen und Rucksäcke nach Flaschen, Getränken und auch Feuerwerkskörpern durchsuchen und bitten da um Verständnis. Und alle, die keinen Platz finden, sind herzlich eingeladen, in die angrenzende Gastronomie auszuweichen.“

Durch die erhöhten Auflagen koste das Altstadtfest 6000 bis 8000 Euro mehr als in den Jahren vor dem Loveparade-Unglück. Einen großen Teil der Kosten macht das Sicherheitspersonal aus. 20 private Kräfte werden im Einsatz sein, während des Public Viewing doppelt so viele. „Man kann nie zu hundert Prozent sicher sein. Aber man kann im Vorfeld alles tun, um Zwischenfälle zu vermeiden“, sagt Hartmann.

Gestern trafen sich Veranstalter und alle Beteiligten zu einer detaillierten Abschlussbesprechung. „Wir sind alle guter Dinge.“ Einen Wunsch hat Georg Hartmann im Vorfeld noch. Einen Wunsch, den viele teilen aber nur elf Mann verwirklichen können: „Deutschland soll ins Finale kommen!“

Daniel Duhr


Kommentare
25.06.2012
19:37
Sichere Absage
von madimade | #3

Mir ist da eher zum weinen zu Mute, wenn ich jetzt, eine Woche nach diesem Artikel, in der Zeitung lese, wie ausgestorben der Ortsteil Blankenstein ist:-)
Wir sehen, die Stadt tut das Ihre dazu!

19.06.2012
20:45
Sichere Absage
von bulle1979 | #2

Ich kann nicht mehr vor lachen! Was soll auf der Burg Blankenstein passieren ??? Es gibt überall Fluchtmöglichkeiten, der Wald ist gross! Und ausserdem kann man die Besucher mit Karten begrenzen! 500 Karten = 500 Menschen! Und wenn die Pfingstkirmes ist sind dort 10.000 Menschen im Ort!

1 Antwort
Sichere Absage
von MAYDAY | #2-1

Der Meinung kann ich mich nur anschließen

19.06.2012
18:36
Blamage
von zensek1 | #1

Seht her so wird das gemacht:
http://www.sparkassen-fankurve.de/info.html

Und das bei bis zu 15000 Besuchern !!!

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