Sich wie ein Fisch fühlen
22.08.2010 | 14:26 Uhr 2010-08-22T14:26:00+0200
Hattingen. Beim Schnuppertauchen im Freibad Welper tauchen 23 Kinder und Erwachsene ab.
Große Luftblasen steigen aus dem tiefen Wasser an die Oberfläche; bunt leuchten die Schwimmflossen und bewegen sich langsam auf und ab.
Mit Neoprenanzug, Tauchermaske und -flasche begeben sich 23 Kinder und Erwachsene beim Schnuppertauchen ins Schwimmerbecken des Freibads Welper. Der Deutsche Unterwasser Club ermöglicht beim Ferienspaß zum 15. Mal einen Einblick in die Welt des Tauchens.
Nach Atemübungen mit dem Mundteil der Taucherflasche geht es für die Zwölfjährigen Leon und Marvin endlich in die Tiefe. Sie platschen ins Wasser und tauchen dann vorsichtig ab. In ihren Taucherflaschen sind zehn Liter Atemluft, sie bleiben eine Viertelstunde unter Wasser.
Am einen Ende des 50-Meter-Beckens ist das Wasser 4,5 Meter tief. Jetzt ist es wichtig, an den Druckausgleich zu denken. „Das Trommelfell wird in der Tiefe von außen nach innen gedrückt, das kann schmerzen“, weiß Erika Brilo (51), zweite Vorsitzende vom Deutscher Unterwasser Club.
Deshalb halten sich Leon und Marvin unter Wasser die Nase zu und drücken die Luft, wie beim Ausatmen kräftig dagegen. Um den Druckausgleich machen zu können, haben die Tauchermasken einen Nasenerker aus Gummi.
Da es beim Tauchen wichtig ist, ruhig und richtig zu atmen, mussten die Teilnehmer zuvor ein Formular ausfüllen, das ihre Gesundheit bestätigt. „Nase, Ohren und Atemwege müssen in Ordnung sein, um tauchen zu können“, sagt Erika Brilo.
„Dass man unter Wasser genauso gut atmen kann wie oben, fasziniert mich“, sagt Jürgen Platzmann (45), der seit zwölf Jahren begeistertes Vereinsmitglied ist, „Tauchen ist ein ruhiger Sport, bei dem man die Unterwasserwelt genießt. Man hört die Geräusche nur noch gedämpft und seinen eigenen Atem lauter.“
Julia Imminger (23) taucht zum ersten Mal und findet es gar nicht so leicht: „Ich habe den Druckausgleich nicht direkt hinbekommen, es dauerte etwas, bis ich konzentriert atmen konnte. Außerdem ist es schwierig unten zu bleiben, weil man automatisch immer nach oben kommt.“
Unter Wasser verständigen sich die Taucher mit Handzeichen. Daumen nach oben heißt „auftauchen“, Daumen nach unten „abtauchen“. Ein Kreis aus Zeigefinger und Daumen bedeutet „Alles in Ordnung“, eine ausgestreckte, schwankende Hand „Unwohl sein“. So fühlen sich Leon und Marvin nach ihrer ersten Runde aber überhaupt nicht: „Es war eine coole Erfahrung“, sagt Leon, „jetzt weiß ich, wie sich Fische fühlen. Ich habe so lange wie sie unter Wasser geatmet und konnte ganz klar sehen.“ Marvin fühlt sich wie ein Delfin: „Wegen der Schwimmflossen. Zuerst ist es schwer, sich mit ihnen im Wasser zu bewegen.“ Doch die Viertelstunde ist schnell vorbei. Die nächsten warten mit Flossen an den Füßen.
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