Senioren in der Skaterwelt

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Kick unterstützt den Verein Rollkultur bei der Finanzierung der Sanierung der Skateanlage. Bei einer Disziplin der Skateolympiade stand eine Seniorin im Finale.

Hattingen..  Auf Skateboards wagen sich die meisten Senioren nicht mehr – und trotzdem sind sie mittendrin bei der Skateolympiade am Skatepark an der Ruhr. Bei einer Disziplin qualifizierte sich sogar eine Seniorin für das Finale.

Gemeinsam hatten sich die Generationen des Seniorentreffs Kick und des Vereins Rollkultur getroffen, um sich für die Finanzierung der Sanierung der Anlage stark zu machen. Die Senioren brachten Kaffee und Kuchen zum Verkauf mit und begleiteten die jungen Erwachsenen einen Tag bei ihrem Hobby. „Die ganze Aktion hat mir sehr gut gefallen, weil wir durch offene Gespräche gegenseitige Vorurteile den jeweiligen Generationen gegenüber abbauen konnten“, so das positive Fazit von Uschi Stein (72).

Begonnen hatte der Aktionstag mit einem Skatetraining für 30 Kinder der St.-Georg-Schule, an dem auch Kinder mit Behinderung teilnahmen. „Wir haben den Schülern einen vierstündigen Kursus in der Sporthalle gegeben und ihnen dann in der Praxis gezeigt, wie man über die Hindernisse fährt“, erklärt Andi Wolff, Vorsitzender des Rollkultur-Vereins.

Skateboard-Curling

Dann startete die Skateolympiade. Beim ersten Spiel, dem Skateboard-Curling, musste das Board von einer Startlinie aus mit dem Fuß oder mit der Hand so nah wie möglich an ein Hindernis gerollt werden, allerdings ohne dieses zu berühren. Hildegard Keinhorst qualifizierte sich dabei sogar für das Finale. „Ich kannte den Sport bislang nur aus dem Fernsehen und fand es toll, mal einen Einblick in die Freizeitaktivität der jungen Leute zu bekommen“, sagte die 78-Jährige.

Hobby als gute Alternative

Auch Ursula Barth beteiligte sich an dem Spiel. „Man kann immer mal testen, wie fit man noch ist und wie weit man kommt, schließlich kann man stets etwas Neues dazu lernen“, so die 65-Jährige. Die Seniorin geht gerne auf die jungen Erwachsenen zu und unterstützt sie, da „das Hobby eine viel bessere Alternative ist, als sich sinnlos auf der Straße aufzuhalten“.

Bei den weiteren Disziplinen schauten die Senioren dann aber doch lieber vom Rand aus zu. Beim zweiten Spiel mussten die Skater über eine Stange vom Brett abspringen, während dieses unter der Stange hindurch rollte, und dann wieder sicher darauf landen. Über einen Meter Höhe galt es am Ende zu überwinden. „Das sieht schon sehr spektakulär aus“, lobte Uschi Stein. Auch bei den weiteren Disziplinen wie dem „Der Boden ist Lava“-Spiel oder dem „Bierkastenweitrutschen“ blieben die Senioren auf dem Boden anstatt auf dem Brett. „Vor zwanzig Jahren hätte ich mich aber bestimmt mal getraut, das Skaten auszuprobieren“, sagte Ursula Barth.