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Senioren auf die Schaukel

09.11.2007 | 19:42 Uhr

Ältere wollen niemanden verschaukeln, sondern sich auf ihrem eigenen Spielplatz altersgemäß mit entsprechendem Gerät austoben und fit halten. Spaß an der Bewegung steht im Vordergrund

"Eine Rutsche würden wir nicht unbedingt aufstellen", sagt Inge Berger. Als Erwachsener ist man wahrscheinlich auch nicht heiß drauf, mit dem Po im Sandkasten zu landen. (Obwohl - wenn's Laune macht). Eine Schaukel dagegen gehört schon zum Wunschkatalog - für den Seniorenspielplatz.

Einzelne Spielgeräte mögen auf Wunschlisten stehen. Den "öffentlichen Spielplatz für Ältere in der Innenstadt" fordern WiR-Redaktion und das Mitarbeiterteam von "kick". Der Treffpunkt an der Augustastraße 11 vertritt ältere "Hattinger im Unruhestand". Damit Besucher des städtischen Treffs und andere, die in die Jahre gekommen sind, noch möglichst lange und gesund unruhig sein können, sollen sie sich altersgerecht austoben können, draußen an der frischen Luft.

Was nicht heißt, dass die aktiven Senioren keine Vorstellungen für drinnen hätten. "Wir sind schon lange an dem Thema dran", sagt Inge Berger, die die "Informationsschrift für Hattinger Bürger in der 2. Lebenshälfte" leitet und bei "kick" aktiv ist. In geeigneten Wohnkomplexen würde sie sich Fitnessräume für die Bewohner wünschen. Doch hier geht's darum, Menschen aus ihren Häusern zu locken. Weg von der Kaffeetafel, die an anderen Stellen ihre Berechtigung haben mag. Und auf den Senioren-Spielplatz.

"Im Alter ist Bewegung und Freude an der Bewegung sehr wichtig. Manche deutsche Stadt verfügt bereits über einen Spielplatz, der mit seinem Spiel- und Bewegungsangebot ausschließlich Senioren vorbehalten ist. Ein solches Angebot sollte mit Betroffenen und Experten erarbeitet und - falls aus finanziellen Gründen notwendig - nach und nach ausgebaut werden", heißt es in der Begründung an Rat und Verwaltung der Stadt.

Wie über der Forderung nach einem Hallenbad in der Innenstadt, das als Schwimmangebot für Familien, aber auch für Ältere wichtig sei, steht auch hierüber der demografische Wandel in Hattingen. Er macht die Runde durch die politischen Ausschüsse. Welche Auswirkungen es hat, dass weniger Menschen geboren und die, die da sind, immer älter werden, beschäftigt zahlreiche Gremien. Kick und WiR stecken mittendrin in der Entwicklung. Die Menschen, die sie vertreten, sind Ältere. Und die wollen fit bleiben.

In China gehören Outdoor-Fitnessparks für Erwachsene zum Stadtbild mit Sport- und Entspannungsangeboten. Auch auf deutschen Seniorenspielplätzen stehen schon speziell konstruierte Sportgeräte für ältere Menschen. Die können sich nicht einfach auf die Kinderschaukel schwingen. Das täte weder der Schaukel noch dem Erwachsenen gut. Es gibt Bocciabahnen oder Schachfelder. Die einzelnen Angebote der Parks variieren.

Wo sie sich ein solches Angebot vorstellen könnte, will Inge Berger nicht sagen. Sie und andere möchten es mit den Verantwortlichen bei der Stadt gemeinsam entwickeln.

Könnte man es nicht einfach Trimm-Dich-Pfad nennen, ist es das nicht in Wirklichkeit? In der Schweiz etwa gibt es Vitaparcours in öffentlichen Anlagen oder Parks. Mancher mag sich vielleicht am Begriff Spielplatz für den Personenkreis stoßen. Inge Berger mag ihn, wegen der damit verbundenen Leichtigkeit. Ein Trimm-Dich-Pfad würde eher abschrecken, möglicherweise an Hochleistungssport denken lassen. Dabei steht der Spaß im Vordergrund. Der Rest kommt von selbst.

Von Brigitte Ulitschka

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