Selfies mit dem Papst

Liesa Werwer war zusammen mit ihrer Messdienergruppe aus Hattingen bei Papst Franziskus.
Liesa Werwer war zusammen mit ihrer Messdienergruppe aus Hattingen bei Papst Franziskus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Liesa Werwer war mit Hattinger Messdienern zu Besuch in Rom. Dort kamen sie dem Heiligen Vater ganz nah und erlebten ihn als einen von ihnen.

Hattingen..  Drei Stunden lang wartete Liesa Werwer auf den aufregendsten Moment ihres Jahres 2014. Bei 40 Grad Celsius. Gemeinsam mit 20 anderen Hattinger Jugendlichen und 48 000 Menschen auf dem Petersplatz in Rom. Drei Stunden warten auf Papst Franziskus. Und die haben sich für die 22-Jährige mehr als gelohnt.

Mit zwölf Messdienern aus der Gemeinde St. Engelbert, acht Teilnehmern aus St. Peter und Paul und anderen aus dem gesamten Bistum Essen war Liesa Werwer am 2. August nach Rom aufgebrochen. 24 Stunden dauerte die Busfahrt, bis die Gruppe am Nachmittag auf ihrem Campingplatz in Ostia vor den Toren Roms ankam. In Zwölf-Mann-Zelten wohnten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen.

Einige Tage hatten sie Gelegenheit, die Stadt zu erkunden, bevor der Papst auf dem Petersplatz vor tausende Gläubige treten sollte. Ab dem Mittag strömten die Menschen an diesem Tag auf den Platz. „Der Weg war so überfüllt, dass wir nur gruppenweise im 15-Minuten-Takt auf den Platz gekommen sind“, erinnert sich Liesa. Und auch, dass es nur zwei Trinkbrunnen gab. Deshalb füllten alle ihre Wasserflaschen auf, bevor sie ihren Platz in den Stuhlreihen besetzten. Und dann hieß es warten.

Moderatoren hielten die Menschen währenddessen bei Laune: „Wir haben unser Wallfahrtslied gesungen und es wurden Bälle nach hinten geworfen.“ Und dann war er da. „Das war eine Euphorie und ein Jubel – wie bei einem Rockkonzert“, schwärmt Liesa. Papst Franziskus wurde gefeiert wie ein Superstar, als er mit dem Papamobil durch die Menge fuhr – nur wenige Meter entfernt von Liesa und den anderen Hattingern.

„Ich habe ihn mir kleiner vorgestellt“, lacht die 22-Jährige. „Aber er ist einer von uns. Keiner, der erhaben glänzt.“ Und der Papst habe aktuelle Kriege angesprochen, ebenso wie seine Freude über junge Menschen, die an der Kirche teilhaben. Überrascht sei sie gewesen, dass einige Vertreter der Gläubigen, die sich vorher beworben hatten, ganz konkrete Fragen stellen durften – zum Beispiel über die Schließung von Kirchen, „was uns Christen betrifft“, – und der Papst sie beantwortet hat.

Überhaupt sei Franziskus viel offener gewesen, als die Hattingerin erwartet hatte: „Einige haben Selfies mit dem Papst gemacht.“ Und die Bandana-Tücher mit ihm getauscht, die jeder als Erkennungszeichen bekommen hatte. „Er wirkt ganz natürlich und ich war von seiner Weltoffenheit begeistert.“ Ebenso wie die anderen. So war nach der Rückkehr die Euphorie groß – und die Verbundenheit. Die Bereitschaft zum Engagement in der eigenen Gemeinde ist gestiegen, freut sich Liesa Werwer jetzt über die bleibenden Effekte des Besuchs bei Papst Franziskus.