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Grundschule Holthausen

Sein Herz gehört den Kindern

08.07.2010 | 17:47 Uhr
Sein Herz gehört den Kindern
Peter Kaeseler und seine Schülerinnen und Schüler.

Hattingen. Peter Kaeseler verabschiedet sich von der Grundschule Holthausen, die er lange und gerne geleitet hat.

Wenn ein Kind ihn braucht, ist er da. Zwei Mädchen haben noch was zu klären mit Peter Kaeseler, der sich jetzt als Leiter der Grundschule Holthausen verabschiedet.

Davor war Trost gefragt. Eine Schülerin ist unglücklich über die 3 in Mathe. Sie hat eine Klasse übersprungen, ist sprachlich top. Ist die Note vor dem Hintergrund nicht super? „Na klar“, sagt der Mathelehrer. „Aber die Kinderseele leidet.“ Und kann auf ihn zählen.

Zahlen sind zwar seine Leidenschaft. Die versucht er auch weiterzugeben. Doch was zählt, ist der Mensch, der kleine erst recht. Ein ganz kleiner hat den heute 65-Jährigen, der eigentlich Bauingenieur werden wollte, auf die Lehrerschiene gesetzt. Seine Tochter. Er ist früh Vater geworden, mit 20. Da musste er flugs „an die Fleischtöpfe“. Der Weg zum Lehrer war kürzer. Kaeseler ist froh drum. Und hat den Schritt nie bereut. Dass er die vielen Schritte durch über drei Jahrzehnte als Rektor in Holthausen nie halbherzig gemacht hat, lässt sich ablesen an den Reaktionen der Kinder.

„Er ist lustig und witzig“, sagen viele Jungen und Mädchen. Nicht nur über den Lehrer und Menschen, sondern auch über den Unterricht. Haken Kaeseler unter, lassen sich an die Hand nehmen. „Unterricht muss Spaß machen“, ist die Devise des Pädagogen. Was nicht heißt, dass Lernen und Leistungen in den Hintergrund rücken. Die Förderung guter Schüler ist ihm genauso wichtig wie die der nicht so guten.

Erstere kämen manchmal zu kurz, räumt er ein. Nach seinem Abschied von der Grundschule wird er Gesamtschüler in Welper fördern. So ein Angebot wäre auch in Holthausen willkommen gewesen, doch Kaeseler hat bewusst einen Schnitt gemacht. Er wollte seiner Nachfolgerin den Einstieg erleichtern. Und sich wahrscheinlich den Ausstieg. „Es ist Zeit zu gehen“ steht auf seiner Einladung für Freunde, Wegbegleiter und Kollegen. Das stimmt wohl auch. Mit 65 spricht nichts dagegen, den Rektor in den (Un-)Ruhestand zu entlassen. Es sei denn das Herz, das an „meiner Schule“ hängt.

„Du bist der beste Mathelehrer“, wird ihm bescheinigt. „Ich werde euch auch vermissen“, ist die Antwort. Jeder Tag sei spannend gewesen. Auch wenn er nach einer Hüft-Op nicht mehr so kicken kann wie vorher: Gesundheitlich ist der scheidende Chef fit und wird auf dem Rad dafür sorgen, dass es so bleibt. „Die Kinder halten mich jung“, ist er überzeugt.

Die Einführung des Ganztags vor fünf Jahren sei ein wichtiger Schritt gewesen, damit Eltern Familie und Beruf unter einen Hut kriegen. Peter Kaeseler würde begrüßen, könnten Kinder künftig länger gemeinsam lernen. Nicht in der Grundschule, aber zusammen in einer Gemeinschaftsschule. „Die Dreigliedrigkeit gehört abgeschafft.“ Für ihn muss vor allem die Grundschule viel Herz haben, „sonst fehlt etwas Wesentliches“. Viel Herz haben auch die Kinder. Überreichen Briefe mit Herzchen. Kleine Geschenke. Süßigkeiten. Wahrscheinlich um den Abschiedsschmerz zu lindern. Nicht nur die, die er selbst im Unterricht hat, kommen zu ihm. Auch zum Interview dürfen sie mit. Jeder Tag sei spannend gewesen, so Kaeseler. Auch das Kompliment ist ihm gemacht worden in der Vergangenheit: „Hoffentlich sind die Ferien bald zu Ende. Ich freu mich auf die Schule.“ Und das aus Kindermund.

Brigitte Ulitschka

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Kommentare
10.07.2010
15:54
Sein Herz gehört den Kindern
von dieZecke | #2

Stimmt, Argus.

09.07.2010
06:33
Sein Herz gehört den Kindern
von Argus | #1

„Die Dreigliedrigkeit gehört abgeschafft.“ - Da irrt er doch wohl gewaltig!

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