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Schule statt Straße

21.06.2007 | 07:38 Uhr

Pfarrer Ralf Radix und Richard Msuya haben einen Fonds gegründet, der Schulgeld für arme Kinder in Tansania sammelt. Interessierte können sich mit Einzelspenden und Partnerschaften beteiligen

Das Schicksal ist meist vorgezeichnet: Eltern können das Geld für die Schule nicht mehr aufbringen, oft auch fürs tägliche Leben nicht mehr - und die zehn, elf, vielleicht zwölf Jahre alten Kinder (viele sind sogar Vollwaisen) müssen arbeiten gehen. Zum Beispiel auf der Straße Seife verkaufen. Keine Bildung, keine Ausbildung - Tansania gehört zu den 30 ärmsten Ländern der Erde.

Pfarrer Ralf Radix aus der ev. Gemeinde Bredenscheid-Stüter tut etwas dagegen. Gemeinsam mit Richard Msuya, den der Notfallseelsorger der Landeskirche bei einem Besuch in Ostafrika kennen gelernt hat, gründete er den Fonds "Schulgeld für Kinder in Tansania". Durch diesen soll eine vernünftige Schul-Laufbahn gesichert werden. Die Kinder sollen beispielsweise besser aufgeklärt werden - denn 20 Prozent der tansanischen Bevölkerung ist mit dem Aids verursachenden HI-Virus infiziert.

"Wir haben vor zwei Jahren mit zwei Kindern angefangen", erinnert sich Radix. "Heute sind es 28." Besonders stolz ist er auf den Erfolg, dass ein Mädchen durch diese Unterstützung ihr Abitur geschafft hat und jetzt studiert. "So etwas geht nicht ohne unsere Hilfe."

Der Fonds funktioniert einfach: Einzelne Personen oder auch Institutionen können sich mit Einzelspenden oder Partnerschaften am Projekt beteiligen; das Schulgeld - zwischen 200 und 700 Euro im Jahr - wird davon finanziert. Bei einer Partnerschaft verpflichtet sich der Pate für die Zeit der Primary School (fünf Jahre) oder der Secondary School (sechs Jahre).

"Das Geld wird von uns direkt an die Schulen überwiesen - damit es nicht in falsche Hände kommt", erklärt Radix. Vor Ort steht zudem Richard Msuya als Ansprechpartner zur Verfügung.

Radix organisiert Reisen nach Tansania. Im vergangenen Jahr besuchten mehrere Paten die Kinder, die nächste Fahrt soll im Jahr 2008 starten.

"Es geht aber auch um Gesundheitsfürsorge", sagt der Pfarrer. Brenda Msuya (10) ist gerade mit ihrem Vater in Hattingen - weil sie schlechte Augen hat und in der Kinderklinik Höxter untersucht wird.

Radix: "Bei uns bauen sich persönliche Beziehungen auf. Das ist durch E-Mails ja kein Problem mehr. Und das ist auch gut so."

Von Michael Brandhoff

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