Schüler protestieren gegen Bus-Streichung

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Was wir bereits wissen
Am Gymnasium Holthausen haben sie hunderte Unterschriften gesammelt und Bedarfe genau ermittelt. An der Waldstraße wird jetzt diskutiert, den Schulbeginn nach hinten zu verschieben.

Hattingen..  Weiter sorgt die Neugestaltung des Einsatzwagen-Konzeptes der Bogestra für Unmut. Am Gymnasium Holthausen haben Schüler hunderte Unterschriften gegen die Abschaffung der Nachmittags-Verbindungen nach Welper/Blankenstein und Winz-Baak gesammelt. Am Gymnasium Waldstraße gibt es das Problem dagegen am Morgen. Deshalb überlegt man dort, den Schulbeginn nach hinten zu verschieben.

Seit Jahrzehnten beginnt die Schule an der Waldstraße um 7.35 Uhr. Änderungen waren bisher immer mit Verweis auf die Busfahrpläne abgelehnt worden. Mit dem neuen Fahrplan haben Eltern das Thema nun wieder aufgebracht. Durch den Wegfall des Einsatzwagens E59 müssten viele Schüler deutlich früher aufbrechen, um pünktlich zu kommen, weiß Schulleiter Dr. Heinz Niggemann. Deshalb wird diskutiert, den Unterricht erst um 8 Uhr beginnen zu lassen. „Das entscheidet die Schule allein“, sagt Stadtsprecherin Susanne Wegemann. Allerdings wären Absprachen mit dem Gymnasium Holthausen nötig, mit dem die Waldstraße kooperiert.

Dort liegt das Problem im Nachmittagsbereich: „Dann haben wir hier eine Karawane der Eltern, die ihre Kinder abholen, denn nach der neunten Stunde fährt der Bus nicht mehr nach Winz-Baak und Welper/Blankenstein“, berichtet Schulleiter Gerd Buschhaus. Die Schüler Leon Wilkes und Julia Hewilt haben deshalb Unterschriften gesammelt: „Alle bis auf zwei, drei Klassen haben schon unterschrieben.“ Die Listen gehen an Bogestra, Stadt und Kreis.

Abläufe funktionieren nicht mehr

Was Schüler und Eltern stört: Statt der direkten Verbindung, die fünf oder zehn Minuten braucht, müssen Schüler nun erst nach Hattingen Mitte fahren und dort umsteigen. „Das dauert gut eine Viertelstunde länger. Eingespielte Abläufe, wenn man nach Hause kommt und zum Beispiel gleich zum Sport muss, gehen dann nicht mehr auf“, sagen Leon und Julia. „Wir möchten ja gar nicht, dass jeden Tag nach jeder Stunde ein Bus fährt. Nur, wenn einer gebraucht wird“, betonen sie.

Dafür haben beide in jeder Klasse die Bedarfe abgefragt. Das Ergebnis: Vor allem am Mittwoch und Donnerstag nach der neunten Stunde fehlt der Bus. Dann fahren 124 bzw. 112 Gymnasiasten nach Welper/Blankenstein und 46 bzw. 41 nach Winz-Baak.

Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann erklärt, das Unternehmen habe über mehrere Tage hinweg die Fahrgäste gezählt. Und vor allem in den Linienfahrzeugen sei noch Platz: „Auf einigen Strecken fuhren so zwei Busse. Nimmt man die Fahrgäste zusammen, bliebe einer leer.“ Für die Bogestra rechnet sich das nicht. Linienwagen werden aber nicht gestrichen. Aus diesem Grund traf es den Schulbus. Kollmann: „Wir garantieren eine Anbindung an die Stadtteile, dazu kann aber auch ein Umstieg nötig sein.“