Schon mehr Feinstaub als im Vorjahr

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Was wir bereits wissen
An sechs Tagen wurden die zulässigen Höchstwerte überschritten. In ganz 2014 waren es vier Tage. Auch private Kamine verschmutzen die Luft.

Hattingen..  Hattingen verzeichnete in diesem Jahr bereits mehr Tage an denen der zulässige Feinstaubwert überschritte wurde, als im Vorjahr. An sechs Tagen wurde der Höchstwert überschritten. Im Vorjahr waren es im gesamten Jahr gerade einmal vier Tage.

„Wir sehen das recht entspannt. Das ist zwar ein Anstieg, doch gibt es hierbei längst noch keinen Handlungsbedarf“, bewertet Stadtsprecherin Susanne Wegemann. Sie bezieht sich auf die geltende EU-Richtlinie, nach der der Höchstwert im Jahr maximal 35 Mal überschritten werden dürfte. „Dass wir in die Nähe der maximalen Überschreitungstage gekommen wären, ist noch nie der Fall gewesen“, erklärt die Sprecherin.

Für die Luftmessung, die an der viel befahrenen L924 in Blankenstein vorgenommen wird, ist das Landesumweltamt in Recklinghausen zuständig. Dessen Vertreter Peter Schütz kann ebenfalls Entwarnung geben und verdeutlicht, dass sich die leichte Erhöhung nicht nur auf Hattingen, sondern auf sämtliche Städte beziehe und in erster Linie an der Inversions-Wetterlage liege. „Hohe Werte messen wir immer dann, wenn sich kalte auf wärmeren Luftschichten befinden und kaum Windbewegungen vorliegen. Das ist vor allem im Frühjahr und im Herbst der Fall“, informiert Schütz.

Damit räumt er mit der weit verbreiteten Auffassung auf, dass hohe Temperaturen Nährboden für Feinstaub seien. „Über die Jahre gesehen können wir durchweg sinkende Messwerte beobachten. Das bezieht sich auf sämtliche Städte in NRW“, beruhigt Schütz. Als Gründe für die positive Entwicklung nennt er modernere Fahrzeuge, die Einrichtung von Umweltzonen und weniger Industrieausstöße.

Für einen leichten Gegentrend seien aktuell allerdings ein erhöhtes Aufkommen an Privatkaminen verantwortlich. „Hier besteht das Problem, dass es vielen Nutzern an Disziplin mangelt, indem vielfach feuchtes Sperrholz oder auch nasse Pappe verfeuert werden“, weiß Schütz.

Hattingen im sicheren Bereich

Im Vergleich zu den Feinstaub-Hochburgen bewegt sich Hattingen mit seinen sechs Überschreitungstagen jedoch nach wie vor im sicheren Bereich. „Eigentlich sind sechs Tage sechs Tage zu viel, weil sie natürlich eine gesundheitliche Belastung mit sich bringen. Doch kann man Hattingen verglichen mit den Hotspots als halben Luftkurort bezeichnen“, scherzt der Pressesprecher. So würde sich die Stadt im unteren Viertel der gefährdeten Bereiche befinden.

Die Ruhrgebiets-Großstädte sowie Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach wiesen schon jetzt 20 und mehr „rote Tage“ auf. Zu den laut Landesumweltamt gefährdeten Bereichen gehören übrigens weniger als zehn Prozent aller Städte in Nordrhein-Westfalen.