Schlange Kaa grüßt aus den Bäumen

Alea, Naomi und Viola (alle 9) kümmern sich um die letzten Details an ihrer Puppe Susi. Die Skulptur besteht zu großen Teilen aus Holzstücken aus dem benachbarten Wald.Fotos:Volker Speckenwirt
Alea, Naomi und Viola (alle 9) kümmern sich um die letzten Details an ihrer Puppe Susi. Die Skulptur besteht zu großen Teilen aus Holzstücken aus dem benachbarten Wald.Fotos:Volker Speckenwirt
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Ferienspaß haben 15 Kinder bei einem Kunst-Workshop ihre Kreativität bewiesen. Das Ergebnisist eine bunte Ausstellung mit Skulpturen und Höhlenmalereien

Hattingen..  Viola und Alea (beide 9) präsentieren eine Puppe aus Stöcken. Sie steht noch etwas wackelig auf den Beinen, doch es steckt sichtlich viel Arbeit in ihr. „Ich höre gerne Radio und in einem Bericht zu einer Ausstellung wurde von einer Puppe aus Stöcken erzählt“, sagt Vincent (11), der die Idee zu der Figur hatte. Die Äste haben die Kinder mit Seilen verbunden, an manchen Stellen hilft auch etwas Kabelbinder. Danach wurde Susi, wie die Kinder ihre Skulptur getauft haben, angemalt und gekleidet. Nun trägt sie schwarz-graues Haar, dazu T-Shirt und Rock sowie handbemalte Ketten aus Steinen.

Susi ist eines von zahlreichen künstlerischen Ergebnissen des Workshops „Im Rausch der Farben“, der im Rahmen des Ferienspaß im Stadtmuseum angeboten wurde. An drei Tagen ließen dabei 15 Kinder ihrer Fantasie freien Lauf und gingen mit Kursleiterin Anne Wilms auf eine abwechslungsreiche, künstlerische Entdeckungstour.

„Wir haben mit einer kleinen Zeitreise begonnen“, sagt die Kursleiterin und zeigt dabei dreieckige Leinwände, auf denen nachgeahmte Höhlenmalereien zu erkennen sind. „Wir haben bei der Steinzeit angefangen. Die Kinder haben die Leinwände mit Sand und Spachtelmasse beschmiert und dann Jäger und Sammler darauf gemalt.“

Aus Ästen werden Skulpturen

Nicht zuletzt aufgrund des guten Wetters setzte die Kunstpädagogin aber schon bald auf landart. „Wir sind dann in den Wald gegangen und haben dort Material für die Kunstwerke gesucht“, sagt Wilms. Im Gethmannschen Garten direkt hinter dem Museum haben die Kinder dann auch einen passenden Ort für ihre Ausstellung gefunden.

Denn zum Abschluss des Ferienspaß-Workshops wurden die Bilder und Skulpturen Verwandten und Freunden der jungen Künstler präsentiert. Während die Leinwände sowie einige kreisrunde, mit Farbe besprenkelte Bilder hinter dem Museum gezeigt wurden, hatten die Kinder für die Skulpturen aus Ästen bereits einen Platz im Rhododendronwäldchen vorgesehen.

Bei den Skulpturen aus Ästen handelte es sich meist um Schlangen, die in den Bäumen aufgehängt wurden. „Das hier ist zum Beispiel die Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch“, sagt Eileen (11). In der Hand hält sie einen geschwungenen Ast, der durch den grünlichen Anstrich, die verwirrenden Augen und mit etwas Kreativität tatsächlich wie die bekannte Zeichentrick-Boa aussieht.

Seit nun zehn Jahren versucht Wilms im Rahmen ihrer Arbeit in Schulen und beim Stadtmuseum diese Kreativität zu fördern. Denn: „Wer sich kreativ auslebt, kann in vielen Bereichen einfach mehr.“