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Scheunen-Schach

12.08.2008 | 17:56 Uhr

Für einen wird's mit der Vergangenheit richtig eng. Drei andere wollen Richtung Zukunft durchstarten.Der Gemüsescheune steht das Insolvenzverfahren ins Haus. Der Verkauf läuft unterdessen weiter

Als die Blumen noch Glücksboten waren: Landwirt Thomas Liethmann im Jahre 1996. Da hatte die Gemüsescheune Elfringhausen die ersten zwölf Jahre Direktvermarktung hinter sich und wuchs beständig weiter. Foto: Archiv, KreikenbohmFoto: Hans Blossey

Am 31. Juli um 17.52 Uhr hat Prof. Jens M. Schmittmann die Aufsicht über die Geschäfte des Thomas Liethmann übernommen. Seit der Minute läuft das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen des Betreibers der Gemüsescheune Elfringhausen (wir berichteten).

Jens Schmittmann, Rechtsanwalt in Essen, hat in Sachen Scheune auf zwei Baustellen gut zu tun. Hier muss er das Finanzgeflecht von Gemüsescheune, landwirtschaftlichem Betrieb und Privatvermögen des Bauern Thomas Liethmann sichten und sortieren. Dort gilt es, den weiter laufenden Scheunen-Geschäften unter drei Pächtern die Zukunftschancen zu erhalten.

Baustelle eins: die Liethmann-Pleite. Schmittmann ist sicher, dass dem vorläufigen im September das eigentliche Insolvenzverfahren folgt. Ein Schritt, der schon lange fällig gewesen sei, meint der Anwalt. Nach den vorliegenden Unterlagen hatten im April 2007 die IKK, im April 2008 die AOK wegen rückständiger Sozialversicherunsgbeiträge bereits Insolvenzverfahren beantragt. In beiden Fälle habe Liethmann allerdings nachzahlen können, ehe er nun selbst einen Insolvenzantrag stellte.

Was Schmittmann Sorge bereitet: die Liethmann Biogas Kommanditgesellschaft, für die noch kein Insolvenantrag gestellt wurde. Die 3,2 Millionen Euro teure Anlage, die 12 000 Kilowatt Jahresstrom erzeugt, wurde von der niederländischen Triodos Bank finanziert. Thomas Liethmann ist persönlich haftender Gesellschafter.

Baustelle zwei: das neue Scheunen-Trio. Nach der völlig überraschenden Schließung der Gemüsescheune Anfang Juni hatte Liethmann zehn Tage später die Tore wieder geöffnet und angekündigt, sich künftig auf seine "Kernkompetenzen" zu beschränken. Den Verkaufsbetrieb führen seitdem drei Pächter.

Ein Trio, das voller Hoffnung und Sorge in die Zukunft blickt. "Wir möchten den Verkaufsbetrieb ebenso retten wie den Namen Gemüsescheune", sagt Stephan Krebs, der mit dem "Landmarkt Hügelland" zwei Drittel der Verkaufsfläche besetzt. Er vertreibt mit drei Vollzeit- und neun Teilzeitkräften Obst, Gemüse und Blumen, zum größten Teil Ware von Liethmann-Feldern.

Rainer Bottmer jun. hat die Fleischabteilung gepachtet und vier Mitarbeiter hinter der Theke stehen. Er unterhält in Hattingen und Velbert je ein Fleischgeschäft.

Dritter im Scheunen-Bunde ist Heiner Sirges. Mit seinem Wodantaler Landbrot hat er schon seit 2003 ein Standbein in der Gemüsescheune. Sirges ist seit zwölf Jahren im Backgeschäft und hat zurzeit sechs Filialen. Er hat einen schriftlichen Pachtvertrag mit Liethmann, Bottmer und Krebs schlossen per Handschlag ab. Alle drei wollen in der Traditionsscheune einen (möglichst unbelasteten) Neuanfang hinbekommen - alte Kunden halten und neue gewinnen.

Von Ulrich Laibacher

Kommentare
13.08.2008
12:11
Scheunen-Schach
von Heihi | #3

Nun scheint es soweit zu sein : Was schon immer befürchtet wurde ist eingetreten : Die Gemüsescheune ist pleite.Möglicherweise könnte die Biogasanlage...
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Scheunen-Schach
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2008-08-12 17:56
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