Schausteller in fünfter Generation

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Was wir bereits wissen
Das Kirmesleben in Blankenstein hat eine große Familientradition und lockt Besucher vor allem mit vielen Angeboten für Kinder an.

Hattingen..  Wenn Kinder lachend in Karussells sitzen und Runde für Runde ihren Eltern winken, der Duft von frisch gebrannten Mandeln und warmer Zuckerwatte in der Luft liegt und an den Ständen Musik spielt und bunte Lichter blinken – dann ist die Pfingstkirmes in Blankenstein – und mit ihr zahlreiche Schausteller-Familien, für die der Beruf zur Tradition geworden ist.

25 Kirmes-Stände gab es in diesem Jahr. Ein Mann kennt alle ihre Inhaber persönlich – Dirk Hagemann, Platzmeister. „Gerade weil die Kirmes in Konkurrenz zu Kemnade in Flammen stattfindet, was den Umsatz einschränkt, ist es sehr wichtig, einen guten Kontakt zu den Schaustellern zu halten“, sagt der 49-Jährige. Die meisten Standbetreiber kommen bereits seit mehreren Generationen und sind dabei mit Herz und Seele im Geschäft.

Rudolf Isken ist bereits in der fünften Generation Schausteller. Früher hat seine Familie noch eine Schiffsschaukel und ein Kettenkarussell besessen, heute ist es ein großer Autoscooter. „Wir mussten die Fahrgeschäfte wechseln, weil sie nicht mehr beliebt waren und deshalb nicht mehr gut liefen“, sagt er. Der Schausteller weiß, warum der Autoscooter nicht so schnell aus der Mode kommt: „Ein toller Nebeneffekt ist nämlich der Flirteffekt.“

Ähnlich lange im Geschäft ist Martin Nowag, der seit etwa 50 Jahren in Blankenstein ein Fahrgeschäft, ein Flugzeug-Karussell für Kinder, betreibt. „Es ist schön, dass es hier so viele kleine Kinder gibt, die sich immer darüber freuen, am Hebel zu ziehen und den Flieger damit hoch und runter zu steuern“, erzählt der Schausteller.

Michael Bachor verkauft ebenfalls schon in der dritten Generation Süßwaren auf der Kirmes. Der Schausteller fühlt sich sehr wohl: „Es ist schön, die Anwohner zu kennen und immer herzlich von ihnen willkommen geheißen zu werden.“

Dass beste Beispiel dafür, dass es sich beim Kirmesbetrieb um eine Familientradition handelt, zeigt die Familie Siewert, die mit acht Ständen in Blankenstein vertreten ist. Thomas Siewert ist dabei in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Die gemütliche Atmosphäre in Blankenstein wird vor allem von Patricia Cronenberg-Bauermeister geschätzt, die seit zehn Jahren einen Stand zum Enten-Angeln auf der Kirmes betreibt. „Man kennt die Menschen, die jedes Jahr die Kirmes besuchen und sieht die Kinder regelrecht aufwachsen“, sagt sie.

Die Pfingstkirmes Blankenstein existiert bereits seit dem Jahr 1434. Marktprivilegien wurden dabei zum ersten Mal 1594 vergeben. Schriftlich wurde die Kirmes aber erst 1665 in einem Dokument erwähnt, da an diesem Pfingstmontag ein großes Feuer ausbrach und dieses dokumentiert wurde.