Sanierung im Dienste der Umwelt

Dr. Roland Arnz (Mitte) mit seinem Team der Bereichsleiter: Sabine Schidlowski Boos, Dietmar Hinzberg, Nikolaus Söntgerath und Dr. Ernst-Werner Hoffmann
Dr. Roland Arnz (Mitte) mit seinem Team der Bereichsleiter: Sabine Schidlowski Boos, Dietmar Hinzberg, Nikolaus Söntgerath und Dr. Ernst-Werner Hoffmann
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Roland Arnz ist neuer Geschäftsführer des Altlastensanierungsverbandes. Er will innovative Ideen fördern – wie bei einem Projekt im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Hattingen..  Der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) startet unter neuer Leitung in das Jahr. Roland Arnz ist Geschäftsführer des landesweit tätigen Verbandes mit Sitz in Hattingen – und derzeit auf großer Vorstellungstour. Dabei muss er für ein besonders spannendes Projekt, das der AAV betreut, den Ennepe-Ruhr-Kreis gar nicht verlassen. „Es ist ein innovatives Projekt. Wir sind dort Vorreiter“, zeigt er sich begeistert.

Der 55-Jährige war bis Ende des vergangenen Jahres geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Tauw Gruppe mit rund 1000 Mitarbeitern in sechs Ländern. Das Ingenieurbüro hatte auch den AAV bei verschiedenen Projekten unterstützt. Jetzt führt Arnz das kleine Expertenteam aus 21 Mitarbeitern in Hattingen und präsentiert sich dabei als Teamspieler und Idealist.

Zum Wohle der Allgemeinheit

„Ich schätze das Wissen der Mitarbeiter. Hier ist sehr viel Erfahrung da“, betont er. Immerhin seien viele Mitarbeiter bereits seit mehr als 20 Jahren für den im Jahr 1989 gegründeten Verband tätig.

Die Arbeit für den AAV ist für Roland Arnz auch eine Frage der Überzeugung. „Es ist eine Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit“, findet er – sieht sich und den Verband als Umweltdienstleister. Immerhin leistet der AAV einen wesentlichen Beitrag, brach liegende Industrieflächen wieder nutzbar und Gefahrstoffe unschädlich zu machen. „Was das Umweltthema angeht, bin ich schon Idealist“, überlegt Arnz. Allerdings sei er nicht der Naturschutzbund, sondern habe für die Industrie gearbeitet, stellt er klar. Doch je mehr alte Industrieflächen aufbereitet werden könnten, desto weniger neue müssten erschlossen werden – ein Ziel, das auch das Land verfolgt.

Innovative Methode

Was den studierten Chemiker reizt? „Neue technische Möglichkeiten zu finden, um schädliche Stoffe zu entfernen, zum Tüfteln anregen und die richtigen Leute an einen Tisch bringen.“

Viel Freude bereitet ihm deshalb auch ein Projekt im Ennepe-Ruhr-Kreis: die Sanierung der Altdeponie „An der Schlinke“ in Witten. Der ehemalige Steinbruch wurde als nicht genehmigte Müllkippe genutzt. Schädliche Stoffe gelangen zum Teil ins Gesteinsgrundwasser. Der Altlastensanierungsverband entwickelte über zwei Jahre eine Methode, den Fels trockenzulegen, damit die Stoffe nicht durch das Grundwasser gelöst werden. Dazu sollen Bohrungen unter den Ablagerungen im Gestein stattfinden, um dort ein Drainagesystem zu installieren. Die Planungen hierfür sind inzwischen abgeschlossen.

Derzeit sind beim AAV 44 Projekte in ganz NRW in Bearbeitung. In den Bereich seiner Techniker will sich der Geschäftsführer nicht einmischen: „Neben dem Chemiker bin ich immer Unternehmer. Ich hadere nicht mit der begrenzten Praxis in meiner Tätigkeit, aber ich habe ein Grundverständnis für die Industrie. Das hilft.“