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Ein Hattinger in Chile

Salsa im Blut

15.12.2009 | 17:16 Uhr
Salsa im Blut

Musikschulleiter Peter Brand fliegt Heiligabend nach Chile, um mit Jugendlichen auf Tournee zu gehen.

Endlich sieht die Landschaft winterlich angehaucht aus. Die Temperaturen passen zur Jahreszeit. Es kann Vorfreude auf Weihnachten aufkommen. Wie passend: Die Musikschule hat noch Himmelsmusik und zwei Festtagskonzerte vor der Brust, das letzte am Dienstag. Zwei Tage später startet dann für Leiter Peter Brand ein wahres Kontrastprogramm – im Flieger nach Chile.

In Südamerika wird er schon sehnsüchtig erwartet von den Jugendlichen oben auf dem Foto und anderen. Sie sind heiß darauf, mit ihm Musik zu machen. Ein Gefühl, das heftig erwidert wird. Ob das Wort Chile wirklich aus der Sprache der Aymara kommt und „Land, wo die Welt zu Ende ist” bedeutet, ist nicht eindeutig geklärt. Ziemlich klar ist dagegen, dass viele Jugendliche dort wenig Bildungschancen haben. Und ein Weg heraus über die Musik führt.

Grund genug für Peter Brand, Heiligabend auf ungewohnte Weise zu verbringen. Während das Gros mit der Familie die Edeltanne besingt, besteigt er am 24. das Flugzeug. Zur Not kann man sich die Gans wahrscheinlich auch dort servieren lassen. 24 Stunden später, wenn in Hattingen am ersten Feiertag Verwandtenbesuche anstehen, geht er in Chile sein Projekt mit dem Goethe-Institut an.

Die Leute hat er auch früher schon hautnah kennengelernt beim intensiven musikalischen Zusammenspiel vor Ort. Doch zum ersten Mal wird Peter Brand in Chile auch etwas vom Land sehen, weil er mit den Jugendlichen gemeinsam auf Tournee gehen wird.

Dafür nimmt er mehrere Wochen Urlaub. Verständigen kann er sich nicht nur instrumental, sondern auch „auf Straßenspanisch”. Brand unterstützt ein pädagogisch ausgerichtetes Projekt in dem Land, in dem es „keine Mittelschicht” gibt. Die Musik sei „eine Superperspektive”, dem Elend zu entkommen.

Etwas aus sich zu machen. Haben Jugendliche dort doch „die Chance, Profi zu werden” in der Musik. Schon einige hätten es geschafft. Deshalb würde nicht nur einem Sozialarbeiter das Herz aufgehen. Peter Brand, der nicht nur „Blechwerk” mit der gleichnamigen Gruppe macht, sondern sich in „Macondito” Salsa - made in Germany verschrieben hat, ist musikalisch in Chile „mit Feuer und Flamme dabei” wie die Jugendlichen auch. Er liebt lateinamerikanische Musik, lässt sich anstecken von der Begeisterungsfähigkeit der 13- bis 18-Jährigen, die beim Musikmachen alles um sich herum vergessen. Elend, Armut, Bretterbuden. Dass Bildung nur für Geld zu haben ist, das viele nicht haben.

Sie freuen sich, mit dem Bigbandleiter zu arbeiten, auf die Noten, auf europäische Arrangements und deutsche Kultur. Auch wenn ihm die Menschen wichtiger sind als Sehenswürdigkeiten, ist Peter Brand doch ganz froh, diesmal auch etwas von der Landschaft mitzubekommen, die in Teilen „an den Schwarzwald” erinnere. Er wird sie mit den Jugendlichen erleben. „Sie haben so viel Energie, sind gut drauf, egal wie schlecht es ihnen geht”, schwärmt Brand. Keine Zeit zum Üben? Gibt's dort nicht. Aber auch nicht die Konkurrenz vieler anderer Bildungsangebote und Ablenkungen.

Brigitte Ulitschka

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Kommentare
16.12.2009
14:11
Salsa im Blut
von Line_Marsa | #1

Korrektur: Ein Dortmunder in Chile!

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