Ruhrgebietseintopf einer Bayerin

Bettina Klare
Bettina Klare
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Was wir bereits wissen
Als Bettina Klare zum Studium aus Würzburg ins Revier zog, wusste sie mit dem Begriff Eintopf wenig anzufangen. Mit der Zeit hat sie selbst ein Rezept kreiert.

Hattingen..  Als Bettina Klare die WAZ an diesem Morgen begrüßt, ist ihre Freundin Christiane Ciupka (46) bereits eingetroffen. Mit ihr tauscht sich die 58-Jährige regelmäßig über Rezepte aus, sie wird sie auch bei der Vorbereitung ihres „Was-auch-immer“-Eintopfes unterstützen. Dass sich Bettina Klare bei „Das ist der Pott“ dabei ausgerechnet mit einem Eintopf beworben hat, liegt letztlich an: ihrem Mann.

Lange Zeit nämlich wusste Bettina Klare mit dem Begriff Eintopf wenig anzufangen. Bohnen- oder Erbseneintopf, erinnert sich die in Würzburg Aufgewachsene, waren „schon fast Fremdwörter für mich bayerischen Import“. Denn in ihrer Heimat, die sie einst des Studiums wegen verließ, „kennt man eigentlich keine Eintöpfe“. Sondern nur Suppen. Doch als sie hier, im Revier, ihren Hans-Dieter (61) kennenlernte und der ihr regelmäßig von den Eintöpfen seiner Mutter vorschwärmte, tauchte sie nach und nach in die „Geheimnisse des Ruhrgebietseintopfes“ ein: Sie erfuhr, wann Hülsenfrüchte eingeweicht werden, was mit dem Kochwasser passiert, wie Eintopffleisch zubereitet wird. Mit der Zeit entstand daraus ihr selbst kreierter „Was-auch-immer“-Eintopf, heute zubereitet mit weißen Bohnen und in der „Fahr-zur-Hölle“-Variante, also mit drei (!) Chilischoten. „Ich mag’s halt gerne scharf“, verrät sie augenzwinkernd. Nun denn!

In den folgenden Minuten werden Kartoffeln, Möhren, Zwiebel, ein Viertel Sellerieknolle von Bettina Klare und ihrer Freundin in kleine Würfel geschnitten. Auch Mettwürste, Bauchspeck und die Chilis kommen unters Messer – und bald darauf eine Zutat nach der anderen in einen großen Topf. Deren Inhalt lässt Bettina Klare in den nächsten 30, 40 Minuten vor sich hinköcheln, hebt nur ab und an einmal den Deckel und rührt den Eintopf gefühlvoll um. Wobei dieses Procedere für sie eher untypisch ist, wie sie in ihrer schicken Küche mit Blick aufs Hüttengelände erzählt.

Denn da ihr als freiberuflicher IT-Trainerin oft die Zeit fehlt, stundenlang in Herdnähe zu stehen, hat sie sich vor einiger Zeit einen so genannten Slowcooker angeschafft, ein elektrisches Küchengerät, „das in England schon lange in jedem Haushalt zu finden ist“. In diesen Slowcooker nun, erzählt sie, gebe sie spät abends den Eintopf, stelle das Gerät an – „und am nächsten Morgen hat man einen superleckeren Eintopf, der komplett ruhrpöttisch und nicht bayerisch aussieht.“ – Und der auch genauso schmeckt.

Unsere Zutatenliste

Vom Metzger: 2 Mettwürstchen,
1 Scheibe Bauchspeck
Vom Markt: 5 Kartoffeln, 1 Zwiebel,
2 Möhren, 1 Viertel Sellerie
Außerdem: 2 TL Gemüsebrühe, 1 TL Salz, 2-3 getrocknete Chilis,
1 Glas weiße Bohnen (oder Erbsen oder dicke Bohnen oder Linsen...)

Und so geht’s

1. Zwiebeln, Möhren und Sellerie in kleine, geschälte Kartoffeln in etwas größere Würfel schneiden, Chilis zerbröseln.
3. Die Mettwürstchen in Scheiben, den Bauchspeck in Querstreifen schneiden.
4. In einem großen Topf Zwiebel, Möhren und Sellerie glasig dünsten, dann die Mettwürstchen und den Bauchspeck dazu geben, alles scharf anbraten. Nun auch die Kartoffeln dazugeben und weiterbraten. Mit Gemüsebrühe auffüllen, zerbröselte Chilis dazugeben, kurz anbraten.
5. Mit heißem Wasser aufgießen – aber nicht zu viel Wasser verwenden, das Gericht muss ja eintöpfig werden.
6. Mit Salz abschmecken.
7. Nach persönlichem Geschmack weiße oder dicke Bohnen, Erbsen, Linsen oder was auch immer dazugeben, die Mischung möglichst lange – mindestens 30 Minuten – auf kleiner Stufe vor sich hin kochen lassen. Dann servieren.