Robuster Arbeitsmarkt mit Potenzial in Hattingen

Marcus Weichert, neuer Chef der Arbeitsagentur, erklärt bei Redaktionsbesuch, dass er Hattingen auf einem guten Weg sieht.Foto:Volker Speckenwirth
Marcus Weichert, neuer Chef der Arbeitsagentur, erklärt bei Redaktionsbesuch, dass er Hattingen auf einem guten Weg sieht.Foto:Volker Speckenwirth
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Was wir bereits wissen
Marcus Weichert, neuer Chef der Arbeitsagentur, sieht Hattingen auf gutem Weg. Im Mai sank die Zahl der Arbeitslosen um acht Personen auf 2149.

Hattingen..  Antrittsbesuch mit aktuellen Zahlen: Als sich Marcus Weichert, der neue Chef der auch für Hattingen zuständigen Agentur für Arbeit in Hagen, am Dienstag in der Redaktion vorstellt, hat er den aktuellen Arbeitsmarktbericht im Gepäck, der am selben Tag veröffentlicht wird. Danach waren im Mai in Hattingen mit 2149 Personen acht weniger arbeitslos gemeldet als im April. Die Quote sank von 7,6 auf 7,5 Prozent. Im Ennepe-Ruhr-Kreis ging die Zahl der Arbeitslosen um 237 auf 11 651 zurück, die Quote um 0,2 Punkte auf 6,8 Prozent. „Hattingen hat einen kleinen Arbeitsmarkt mit kleinen Zahlen. Die Lage ist und bleibt robust“, wertet Weichert das Zahlenwerk.

Besonders erfreulich. Der Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen hat sich von mäßigen 51 im April auf 65 im Mai erhöht. Die dämpfenden Auswirkungen der Osterferien seien vorbei, meint Marcus Weichert. „Die Frühjahrsbelebung macht sich wieder bemerkbar, sie geht in den Frühsommer über, auch auf dem Arbeitsmarkt. Aktuell ist keine Altersklasse besonders auffällig. Vielmehr gibt es in allen Personengruppen weniger Erwerbslose.“

Programme für Langzeitarbeitslose

So ist auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen gesunken: im Ennepe-Ruhr-Kreis um 86 Personen, in Hattingen um 17 (von 932 auf 915). Langzeitarbeitslosigkeit ist einer von drei Schwerpunkten, in denen der neue Agenturchef Akzente für sein Aufgabengebiet setzen will. „Das ist eine meiner größten Baustellen“, sagt Weichert. „Es ist ganz wichtig, den Betroffenen die Angst vor dem sozialen Abstieg zu nehmen und möglichst schnell in ein selbst bestimmtes Berufsleben zurückzuführen.“ Dafür lege die Arbeitsagentur, ebenso wie für Berufseinsteiger oder ältere Arbeitslose, Programme auf, die gemeinsam mit den Arbeitgebern weiterentwickelt werden könnten. „Da ist noch viel Potenzial.“

Der zweite Schwerpunkt: Inklusion. „Das Thema ist bisher viel zu kurz gekommen“, meint Weichert. Und will auch hier mit Förderprogramm Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufeinander aufmerksam machen und zusammenbringen. Was auch für das Thema Ausbildung gilt, das Marcus Weichert ebenfalls vorantreiben will. Jeder habe Talente. Sie müssten nur erkannt und eingesetzt werden.

Apropos erkannt: Für den bisher geleisteten Strukturwandel stellt der neue Mann der Arbeitsagentur der Stadt Hattingen gute Noten aus. „Das bekommt man nur hin, wenn man sich der Realität stellt und nicht der Vergangenheit nachtrauert“, sagt Weichert mit Blick auf die alte Henrichshütte und den dort entstandenen Landschafts- und Gewerbepark.