Ritter, Burgen, Intrigen
06.11.2009 | 18:38 Uhr 2009-11-06T18:38:00+0100Am 7. November 1225 erschlägt Graf Friedrich von Isenberg den Erzbischof Engelbert von Köln. Herner Ausstellung zeigt die Folgen
Samstag, am 7. November, vor 784 Jahren. Es dämmert am Hohlweg bei Gevelsberg. Erzbischof Engelbert von Köln reitet mit seinen Männern auf sein Lager zu, als Angreifer aus dem Hinterhalt zuschlagen. Engelbert, einer der mächtigsten Männer des Reiches, wehrt sich und stirbt. Als Mörder gilt Graf Friedrich von Isenberg, ein Verwandter. Das Jahr 1225 – ein Wendepunkt für das Ruhrgebiet. Grund genug für das Herner LWL-Museum für Archäologie diesen Meilenstein für die Region mit der Ausstellung „Aufruhr 1225 – Ritter, Burgen und Intrigen” zu thematisieren.
Folgen des Konflikts sind heute noch zu sehen: Ruinen wie die Isenburg. Das Zuhause des Grafen von Isenburg wurde zerstört, nachdem er den Erzbischof überfallen hatte. Wie dieser Mord die Ruhrregion veränderte, das ist das Leitmotiv der großen Mittelalter-Ausstellung ab 27. Februar.
Für den Isenberger Grafen sind die Folgen fatal: Er wird zum Tode verurteilt und im Jahr 1226 grausam hingerichtet. Die Familie verliert Burgen und Besitze. Die Brüder, die Bischöfe von Münster und Osnabrück, werden abgesetzt.
Dabei ist es weiter nicht geklärt: Mord oder Totschlag. War Engelberts Tod geplant? „Es lässt sich nicht ganz genau sagen, ob er ermordet worden ist, oder eigentlich gefangen genommen werden sollte”, sagt der Projektleiter der Austellung Dr. Stefan Leenen.
Die Schilderungen des Zis Mönches Caesarius von Heisterbach legen einen brutalen Mord nahe. Mehr als 40 schwere Hieb- und Stichwunden soll der Bischof erlitten haben. Im Jahr 1978 untersucht Gerichtsmediziner Prof. Dr. Günter Dotzauer die Gebeine Engelberts. Und bestätigt so Caesarius, der sich auf Augenzeugen stützt. „Der Tod Engelberts war dennoch vor der Tat nicht geplant”, meint Leenen. Wahrscheinlicher: eine misslungene Gefangennahme. Für einen Mord hätte ein Armbrustschütze genügt.
Hintergrund war Politik. Engelbert wollte Rechte des Grafen über den Essener Damenstift beschneiden und seine Macht ausdehnen. Und so seinen Einfluss im Rheinland und in Westfalen verbinden. Ohne Erfolg. Leenen: „Köln wurde nicht zur Zentralmacht der Region, das Ruhrgebiet blieb zersplittert, ein Flächenstaat im Nordwesten des Reiches entstand nicht.”
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Das waren noch wilde Zeiten.