Rennfahrer in der Bredenscheider Senke

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
René Stein veranstaltet auf seiner 60 Meter langen Carrera-Bahn einmal im Monat Rennen. Auch bei den Miniatur-Flitzern ist die richtige Taktik entscheidend.

Hattingen..  Ein halbes Jahr für mehr als 60 Meter puren Renn-Spaß: So lange bauten René Stein, seine Frau Malgorzata und viele fleißige Helfer an der Carrera-Bahn, die in den Geschäftsräumen des Vertriebsleiters des Fensterladens an der Bredenscheider Straße steht. „Seit Anfang des Jahres etwa organisieren wir einmal im Monat einen Race-Day mit etwa 15 Leuten“, erzählt Stein.

Über seine Facebook-Seite „Carrera Die Bredenscheider Senke“, die ihren Namen ganz einfach nach einer Senke in der Fahrbahn erhalten hat, lädt er die Carrera- Gemeinschaft zu seinen Rennen ein. Fast 290 Menschen gefällt die Seite schon, seine Mitstreiter kommen aus ganz NRW. Dieses Mal ist sogar jemand aus Aachen dabei.

Dabei war die Rennbahn ursprünglich für den achtjährigen Sohn Bartek gedacht. Doch schnell packte das Rennfieber auch den Vater.

Nun haben die Carrera-Bahn wie die Autos, die sich auf ihr hitzige Rennen liefern, nur noch sehr wenig mit den Produkten zu tun, die es zu kaufen gibt. René Stein erklärt dazu: „Eigentlich ist es unter Racer-Fahrern gang und gäbe, dass so gut wie alles an den Autos verändert und verbessert wird.“ Die Außenverkleidung, der Motor, die Reifen und nicht zuletzt Farbe und Design werden verbessert, verschönert und individualisiert. Wie bei den echten Rennwagen eben.

Mit Strategie zum Tanken

Und genauso wie bei Autorennen im realen Leben müssen die Spieler beim Fahren auf zahlreiche Parameter achten. Das Gewicht des Autos, seine Tankfüllung, das Kurvenverhalten – das alles wird durch die Rennsoftware „Cockpit XP“ – die Beste auf dem Markt, wie Stein versichert – berechnet.

„Da das Gewicht des Tanks Einfluss auf das Fahrverhalten hat, entwickelt jeder Fahrer seine eigene Strategie; die einen tanken seltener, um Zeit zu sparen, die einen häufiger wenige Mengen, um das Gewicht des Autos möglichst gering zu halten und schneller zu sein“, so Techniker Kevin Würfel. Es ist für die Programmierung der Software zuständig. Zudem hat er diverse Gegenstände wie Toiletten, Ampeln und Traversen, die jetzt die Landschaft um die Rennbahn herum zieren, mit seinen 3D-Druckern hergestellt. „Die Nachfrage nach den Teilen war irgendwann so groß, dass ich das jetzt gewerblich mache.“ Würfel fährt aber auch selbst, sein Bahnrekord: 13 Sekunden.

Doch geht es bei den Rennen, die die Steins bei sich veranstalten, nicht nur um den Sport an sich. In ungezwungener Atmosphäre wird hier gegrillt, gegessen, man tauscht sich über alles Mögliche aus. Natürlich kommt das Gespräch dann doch immer wieder auf die Bahn und das Fahren. „Wir haben noch einiges mit der Bahn vor,“ verrät René Stein. So soll die Steinwüste bald einem Campingplatz weichen. Die festgeklebten Steine würden sich teilweise lösen, die Fahrschienen der Autos, auch Slots genannt, immer verstopfen und so einen reibungslosen Fahrspaß verhindern. „Aber eigentlich ist man damit nie wirklich fertig mit so einer Bahn, man hat immer neue Ideen.“