Reisen, um nicht alleine zu sein

Hattingen..  „Ich muss wieder unter Menschen kommen und am Leben teilhaben, das Alleinsein macht mich krank.“ Deutlicher kann man es nicht mehr sagen, und dieses Zitat einer 69-jährigen Dame nimmt Günter Büttgen, Sozialpädagoge und Leiter des Sozialen Reisedienstes als Beispiel dafür, warum die Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit ihrem speziellen Reiseangebot so wichtig ist. Denn damit versuche sie, die Lebensgeister auch bei älteren und alleinstehenden Menschen zu aktivieren und neue Lebensperspektiven zu eröffnen.

Viele ältere und alte Menschen würden gerne gelegentlich aus ihrem häuslichen Umfeld ausbrechen, weil ihnen die „Decke auf den Kopf fällt“ und es kaum noch auszuhalten ist, allein und ohne Aussicht auf Veränderung. Aber oft fehlen der Mut und der Antrieb, um die unbefriedigende und krankmachende Situation zu verändern. „Wir versuchen, so niederschwellig wie möglich auf unser Angebot aufmerksam zu machen“, betont Günter Büttgen, denn er ist davon überzeugt, dass während einer Gruppenreise so viele neue Eindrücke gesammelt werden können, dass auch nach dem Urlaub die Welt wieder ganz anders aussieht und der Alltag wieder besser gemeistert werden kann.

Dazu bedarf es aber eines besonderen Konzeptes für diese Reisen, die im Unterschied zu kommerziellen Urlaubsangeboten zum Beispiel eine besonders geschulte, ehrenamtliche Reisebegleitung vorsehen, die einen solchen Urlaub von A bis Z betreut.

Diese „Reiseleiter“ stehen immer als Ansprechpersonen zur Verfügung, die sich sowohl um die organisatorischen Abläufe und Notwendigkeiten als auch um die Programmgestaltung vor Ort kümmern. Darüber hinaus sind sie bei kleinen Handreichungen ebenso zur Stelle wie bei individuellen Problemen aller Art, kennen sich gut aus im Gruppenleben und wissen, wie man die Stimmung hebt, ohne allerdings als Animateur in Erscheinung zu treten.

Günter Büttgen weiß von vielen Erzählungen begeisterter Reiseteilnehmer zu berichten, dass durch die gemeinsamen Freizeiten viele Freundschaften entstehen, die auch nach dem Urlaub zu Hause noch bestehen bleiben.

Büttgen ermuntert dazu, sich bei der Awo nach dem Urlaubsangebot zu erkundigen. Menschen, die dann das Reisefieber packt, haben gute Chancen, noch einen freien Platz aus dem Seniorenreiseprogramm zu ergattern. Denn für die kommenden Monate hält die Awo ein umfangreiches Angebot mit Reisezielen und meist zentral gelegenen und besonders seniorengerechten Vertragshotels von der Nord- und Ostsee bis nach Italien und Spanien bereit.