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Badeunfall

Reflex im Schwimmbecken

30.08.2011 | 06:00 Uhr
Reflex im Schwimmbecken
Im Spanienurlaub rettete Marie (7) aus Blankenstein die dreijährige Laura aus Bochum aus dem Swimmingpool. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen. Die Blankensteinerin Marie (7) bewahrte im Spanienurlaub eine dreijährige Deutsche vor einem tragischen Badeunfall.

Das Dorf Algarrobo ist ein beliebtes Urlaubsziel an der andalusischen Mittelmeerküste Spaniens. In diesem Sommer verbrachte dort Familie Hartmann ihren Zwei-Wochen-Urlaub. Ferien, die die Hattinger bestimmt nicht so schnell vergessen werden, denn die siebenjährige Tochter Marie bewahrte dort ein anderes deutsches Mädchen vor einem tragischen Unfall.

Der ereignete sich im 2,30 Meter tiefen Pool der Appartementanlage. „Wir als Eltern haben unsere Kinder dort in Sicherheit geglaubt, da der Pool von zwei Bademeistern bewacht wurde“, betont Mutter Michaela Hartmann (43). Die Aufpasser waren aber offensichtlich abgelenkt – und bemerkten nicht, dass Laura aus Bochum ohne Schwimmflügel in den Pool sprang. Eine lebensbedrohliche Situation für die Dreijährige.

„Laura wollte zu mir ins Wasser kommen, um mit mir zu spielen. Als sie hineingesprungen war, ging sie direkt unter“, erzählt Marie (7). Das Mädchen habe noch um Hilfe geschrien, erinnert sich auch Michaela Hartmann an die Schrecksekunde. Lauras Eltern hätten sich in unmittelbarer Nähe des Pools aufgehalten – aber nicht reagiert. Michaela Hartmann: „Die Mutter hat seelenruhig die Zeitung gelesen und der Vater einen Mittagsschlaf auf der Liege gemacht. Ich denke, damit haben sie sich unverantwortlich verhalten.“

Sofort und richtig auf die Situation reagiert habe allein Marie. „Ich wusste, dass Laura nicht schwimmen kann, und bin dann untergetaucht, um sie wieder über Wasser zu holen“, berichtet die siebenjährige Blankensteinerin. „Angst habe ich dabei nicht gehabt. Es war eher ein Reflex.“

Einer, der einen tragischen Unfall wohl verhindert hat. Die dreijährige Laura kam mit einem Schock und leichter Atemnot davon. Was folgte, war ein kleines Dankeschön von Lauras Eltern am Rand des Swimmingpools. Kein Lob. Keine Aufmerksamkeit.

Eine Reaktion, über die sich Michaela Hartmann auch jetzt, zwei Wochen nach dem Vorfall, noch sehr ärgert. „Marie ist enttäuscht, sie hatte sich mit Laura angefreundet und würde sie auch gerne noch einmal wiedersehen“, sagt die Mutter. Was eigentlich auch kein Problem sein dürfte. Schließlich liegen die Wohnorte der Familien – Hattingen und Bochum – nicht weit voneinander entfernt.

Kein Kontakt

Doch die Eltern von Laura haben ihren Nachnamen nicht preisgegeben und seien auch sonst nicht an einem Kontakt interessiert. Nur Maries Tante, Elisabeth Hartmann, würdigte den mutigen Einsatz ihrer Nichte. „Sie hat mir eine goldene Medaille gebastelt“, erzählt die Siebenjährige stolz.

Marie überlegt gemeinsam mit ihren Eltern jetzt auch, ob sie noch weitere Schwimmkurse belegen soll. „Dann kann ich andere Abzeichen machen, bis jetzt habe ich nämlich nur das Seepferdchen“, so Marie.

Lisa Flieger

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