Radler müssen schieben

Foto: WAZ FotoPool
In der Fußgängerzone ist Fahren nicht erlaubt. Auf Bürgersteigen dürfen nur Kinder radeln. Manche Radwege müssen, andere können genutzt werden.

Hattingen..  Jahr für Jahr steigt die Zahl der Radler – auch innerhalb der Stadt. Das 2010 verabschiedete städtische Radverkehrskonzept will diesen Bereich in Zukunft noch attraktiver machen. Radfahrer müssen sich allerdings an Regeln halten, um Fußgänger nicht zu gefährden und um Konfrontationen mit Autofahrern zu vermeiden. Radfahrfreie Zone ist die Fußgängerzone der Altstadt: Radler müssen ihren Drahtesel hier schieben.

Außerhalb der Altstadt müssen Pedalisten grundsätzlich die Straße benutzen, da das Fahrrad laut Straßenverkehrsordnung als Fahrzeug gilt. Auf dem Bürgersteig dürfen nur unter Elfjährige fahren. Kinder unter acht Jahren müssen auf dem Bürgersteig radeln, Acht- bis Zehnjährige können zwischen Straße und Bürgersteig wählen. Gibt es einen benutzungspflichtigen Radweg, ausgewiesen durch ein blau unterlegtes Schild, muss dieser benutzt werden. Das gilt auch bei der Mischform einer gemeinsamen Nutzung mit Fußgängern. Hingegen sind normale Radwege ohne ausgewiesene Benutzungspflicht wahlweise zu nutzen.

„Radfahrerverstöße liegen immer im Ermessen des Beamten“, relativiert Hattingens Polizeichef Markus Faßbender. Er ergänzt, gerade in Hattingen habe er an der ein oder anderen Stelle durchaus Verständnis dafür, wenn jemand an gefährlichen Straßen lieber den Bürgersteig benutzt. Im fußgängerarmen Bereich der unteren August-Bebel-Straße werde das in der Regel geduldet.

„Wenn wir die Leute anhalten, fragen wir immer nach den Umständen, um zu ermessen, ob jemand rücksichtslos gehandelt hat“, erklärt er. Dies sei auch bei Radfahrten durch die Altstadt so, wo man stets auf die Umstände wie Fußgängeraufkommen und Fahrgeschwindigkeit schauen würde und meistens mit einer Verwarnung auskommt. „Es kommt natürlich auch vor, dass jemand zickzack mit hohem Tempo durch die Fußgängermassen rast. Da ist dann natürlich sofort ein Verwarnungsgeld fällig“, erklärt Markus Faßbender. Die höhere Radfrequentierung gerade durch ortsunkundige Radler bringe zwangsläufig auch eine Erhöhung der Verstöße mit sich. „Im Normalfall handelt es sich dabei um Touristen mit voll bepackten Taschen, die maximal Schrittgeschwindigkeit fahren“, weiß der Ordnungshüter. Während ein „Bürgersteig-Knöllchen“ fünf Euro kostet, kann die Radnutzung der Altstadt ein Verwarnungsgeld von 15 Euro zur Folge haben.

Das Rad muss zwei voneinander unabhängige Bremsen haben, Vorder- und Rücklicht, vordere und hintere Reflektoren sowie vier „Katzenaugen“ und Klingel. Helmpflicht besteht nicht. Ärzte empfehlen jedoch, einen Helm zu tragen.