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Kultur

Putzplan für Kunstwerke

06.06.2012 | 17:14 Uhr
Putzplan für Kunstwerke
Billig: Günther Zins Würfel ist preiswert in der Unterhaltung.

Hattingen.   Stadt-Kataster veranschlagt 5000 Euro. Sarkophag ist besonders bedroht

Kataster: Bei dem Begriff drängen sich Liegenschaften in den Hinterkopf, das Thema Vermessen. Was Kunst damit zu tun hat? Wer sie draußen hegen will, muss den Bestand kennen, wissen, wem was gehört und was zu tun ist, den Zustand zu erhalten. Hattingen hat deshalb jetzt seine Kunstwerke im öffentlichen Raum statistisch vermessen im Hinblick darauf, was sie die Stadt kosten. 44 listet das Kunstkataster auf an Objekten, die stehen, hängen, sich im Wind wiegen oder Wände verschönern. Ihre Pflege kostet jährlich 5000 Euro.

„Der Tatbestand der mutwilligen Beschädigung ist nicht enthalten“, informierte Walter Ollenik, Fachbereichsleiter für Weiterbildung und Kultur der Stadt, jetzt bei der Sitzung im Rathaus den Kulturausschuss. Doch sei beispielsweise am Morandini-Tor „nichts dran“. Karl Prasses „Umschlossene Räume“ waren schon beschmiert, ehe sie von der Gesamtschule zum Bebelplatz umgesetzt wurden. Was auch dem früheren Standort in der Nähe des Freibads zugeschrieben wird.

An manchem Werk nagt jedoch der Zahn der Zeit derart, dass es mit Putzen und Säubern nicht mehr getan ist. „Gefährlich werden“ könnte der Sarkophag, wo jährlich Kranzniederlegungen stattfinden. Steine müssten ersetzt, Stellen verfugt werden. Damit das Ehrenmal im Schulenberg aus dem Jahr 1927 sich nicht irgendwann auflöst, müsste es aus Sicht der Verwaltung für 30 000 Euro instandgesetzt werden. Etwa 8000 Euro wären nötig, Willi Petras Trauernde auf dem Friedhof Welper (1954) wiederherzustellen.

Angeführt wird das Kataster von den vier Stadttoren. Zwei, Jan Koblasas Wächter und das Morandinitor, gehören der Stadt. Das Quartett ist in unterschiedlichen Intervallen von zwei, drei und fünf Jahren zu reinigen, wofür jährlich Kosten von 250 bis 400 Euro anfallen (einschließlich Beleuchtung). Am sparsamsten in der Unterhaltung ist Günther Zins Würfel mit jährlich 40 Euro. „Er hängt im Herzen der Altstadt“, so Ollenik, „und braucht so gut wie keine Pflege.“ Sieht man von Werken wie den Eisenmännern an der Martin-Luther-Straße oder vor dem Alten Rathaus ab, für die keine Kosten angesetzt wurden und die „bei Bedarf“ gereinigt werden.

Damit die Politik planen kann, sind jährliche Kosten angesetzt. Manches lässt sich schieben aus Sicht des Kataster-Verantwortlichen. Nur nicht so weit, dass Werke verrotten, sich auflösen. Aus dem Rahmen fällt Reinhard Kreckels Stahlpyramide an der Hüttenstraße. „Kann sein, dass sie sich auflöst.“ Doch Erhaltungsmaßnahmen, so Ollenik, „würden das Kunstwerk verändern“.

Früher sei aus verschiedenen Etats Geld genommen worden. Jetzt soll es feste Bahnen für die Kulturpflege geben. „Verantwortlichkeit erzeugen“ soll die Zuordnung zu einem Fachbereich. Vorsitzende Marlis Fry fand es gut zu wissen, „was wir haben“.

Für die künstlerische Bedeutung des Sarkophags interessierte sich Ursula Borgwardt (Grüne/FWI). „30 000 Euro sind eine Menge Geld“, fand die Sachkundige Bürgerin, die einschätzen wollte, „wie erhaltenswert“ das Bauwerk ist. Ollenik erläuterte die künstlerische und gesellschaftspolitische Bedeutung des Mahnmals für Gefallene im Krieg. „Die Politik muss entscheiden, wie sie damit umgeht.“

Brigitte Ulitschka



Kommentare
08.06.2012
17:14
Zusatz wie immer
von zensek1 | #3

GOCH GO HOME !!

08.06.2012
15:02
Putzplan für Frau Goch
von zensek1 | #2

"Wer die Musik bestellt muss sie auch bezahlen"
Dazu gehört auch das man der Kapelle ab und zu einen ausgeben muss.(Nebenkosten)

07.06.2012
21:04
Putzplan für die Schuldenmeisterin
von tommytulpe01 | #1

Man sollte der Frau Doktor Goch einen Putzplan für ihre dollen Kunstwerke erstellen.Dann hätte Sie weniger Zeit für neue dumme Gedanken und die Stadt könnte 5000 € pro Jahr sparen

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