Prügelei aus Eifersucht: Landgericht bestätigt Urteil

Foto: Monika Kirsch
Was wir bereits wissen
Ein 22-Jähriger Herner, der einen Hattinger in dessen Wohnung verprügelt haben soll, erhält eine einjährige Bewährungsstrafe.

Hattingen..  Plötzlich ein Knall. Es ist kurz vor drei Uhr am frühen Morgen des 23. August vergangenen Jahres. Ein 22-jähriger Hattinger im Wohnzimmer seiner Wohnung an der Bochumer Straße kann das Geräusch erst nicht zuordnen. Dann ein zweiter Knall. Er hört, wie seine Eingangstür splittert, beim dritten Knall bricht die Tür aus den Angeln. Zwei Leute stürmen herein, verprügeln und treten ihn brutal, zerstören ein Bild, eine Lampe und verschwinden. Einen Mann will der Hattinger sofort erkannt haben, „100 prozentig“, sagt er als Zeuge vor Gericht. Der Schläger sei der Ex-Lebensgefährte der Frau gewesen, mit der er ebenfalls eine Beziehung gehabt habe. Das Motiv für den Überfall: Eifersucht.

Am 19. März dieses Jahres traf man sich vor dem Hattinger Amtsgericht. Der Angeklagte aus Herne bestritt, überhaupt an Ort und Stelle gewesen zu sein. Die Richter glaubten dem Opfer und verurteilten den ebenfalls 22-Jährigen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer einjährigen Bewährungsstrafe. Der Herner ging in Berufung, beteuert jetzt vor dem Essener Landgericht weiterhin seine Unschuld. Er ist inzwischen wieder mit der Ex-Freundin (22) zusammen.

Die junge Frau gerät in der Verhandlung in eine sehr missliche Lage. Oberstaatsanwalt Wolfgang Kolpatzik wird gegen sie wegen Falschaussage ermitteln. Sie behauptet, sie habe niemals eine Beziehung zu dem Hattinger gehabt, er sei ausschließlich ihr Arbeitskollege, der in der Tatnacht komplett betrunken für eine halbe Stunde bei ihr gewesen sei. Das glauben ihr weder Gericht noch Staatsanwalt.

Noch heute Panikattacken

Das Opfer leidet noch heute unter Panikattacken und ist in psychotherapeutischer Behandlung. Verteidigerin Heike Michaelis hat erhebliche Zweifel an seiner Darstellung und beantragt Freispruch für ihren Mandanten. Staatsanwalt Kolpatzik dagegen beantragt die Berufung zu verwerfen. Er glaubt dem Hattinger, bezeichnet dessen Aussage als lebensnah und schlüssig. So sieht es auch das Gericht und es bleibt beim Hattinger Urteil. Der Angeklagte muss außerdem 1000 Euro an den Geschädigten zahlen und 800 Euro an einen Verein für krebskranke Kinder. Zum Schluss noch ein Wort des Richters an den Herner: „Sie müssen sich sehr warm anziehen, wenn sich herausstellt, dass sie ihre Freundin zur Falschaussage angestiftet haben.“