Protestsongs und Liebeslieder

Kieran Halpin spielt eim Alten Rathaus Irish Folk und begeisterte seine Zuhörer.Foto:Manfred Sande
Kieran Halpin spielt eim Alten Rathaus Irish Folk und begeisterte seine Zuhörer.Foto:Manfred Sande
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Was wir bereits wissen
Kieran Halpin fasziniert Zuhörer im Alten Rathaus mit seinem Programm „Angel of Paradise“ und einer Stimme von rauchig bis samtig

Hattingen..  „Angel of Paradise“ heißt das Programm, mit dem der irische Singer und Songwriter Kieran Halpin am Freitagabend im nahezu ausverkauften Alten Rathaus seine Zuhörer faszinierte.

Seine Stimme kann rauchig und kehlig-rau klingen, aber auch samtig weich: Der Barde von der grünen Insel, der seit Jahren in Schottland lebt, hat immer einen unverwechselbaren Sound, wenn er über die unterschiedlichsten Themen singt. „Making up the Miles“ stimmt die Gäste in Hattingen im Plauderton auf das Reisen ein, die typische Situation eines Künstlers auf Tournee.

Ein rockiger Protestsong gegen Krieg ist seine anklagende Ballade „God has no plan“, in der Kieran Halpin die Schuldzuweisung an die Religion als Kriegsursache zurückweist und die Menschen selbst in die Verantwortung nimmt.

Auch in der malerischen Melodie des bewegten Songs „Senzenina“ erzählt Kieran Halpin in einer Klage voll schmerzlicher Intensität von Krieg und Straßenkämpfen in Südafrika; dabei steht der melancholische Ton der Musik in einem krassen Gegensatz zu der Erzählung, so dass die Ballade wie ein akustischer Film an den Ereignissen vorbeizuziehen scheint.

Auch „Letter to America“ setzt sich mit Krieg auseinander und kritisiert George Bushs Intervention im Irak. Von höchster Eindringlichkeit ist die leise, doch umso stärker mahnende malerische Weise der Ballade „The last one fallen in the war“, in der Halpin von dem Geist eines gefallenen Soldaten erzählt, der so lange keine Ruhe finden kann, wie es Kriege gibt.

Doch auch über private Themen singt Kieran Halpin mit tiefem Verständnis und lakonischem Humor: Ein kehlig-raues, rockiges Liebeslied ist der Song „Without you“, wesentlich optimistischer zeigt sich der Sänger in der kraftvoll-romantischen Ballade „Angels are smiling“, in der er seine Erwartungen an die Liebe im Walzertakt beschreibt.

Über Freundschaft singt er mit klarer, heller Stimme über einer malerischen Gitarrenmelodie in „Long lost friends“; die kostbaren Augenblicke des Zusammenseins überbrücken selbst lange Zeiten der Trennung. Lebensfreude und Zuversicht klingen auch aus dem kraftvollen Song „New Year’s Day“, der in stimmungsvollen Klängen mit folkloristischem Touch einen Spaziergang im schottischen Nieselregen bei Neujahr beschreibt.

Bindung zu Australien

Hart und rockig, aufbegehrend und voller Erwartungen an die Zukunft ist Halpins Song „Berlin calling“, der in pulsierenden Rhythmen die Stimmung nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 einzufangen sucht.

Doch auch zu Australien hat der Musiker eine enge Bindung: Mit dem Song „A little Good-bye Creek“, der die Landschaft um den Fluss Creek in Queensland beschreibt, verabschiedete sich Halpin von seinen Hattinger Fans.