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Kfz-Kennzeichen

Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft

05.08.2010 | 17:44 Uhr
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft

Hattingen. Autofahrer wundert sich: Kfz-Kennzeichen kosten statt zehn Euro wie im vergangenen Jahr jetzt 33 Euro.

Klaus Gläsert staunte nicht schlecht, als er kürzlich zwei neue Nummernschilder kaufen wollte. „Noch im vergangenen Jahr lagen die Preise für ein Paar bei acht bis zehn Euro, jetzt wollten die Händler 33 Euro haben“, wundert sich der 63-Jährige. „Früher konnte man quer über die Straße gehen und einen billigeren Anbieter aussuchen.“

Auch die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle des EN-Kreises an der Stadtgrenze Hattingen-Witten (Wittener Straße in Herbede) hat den plötzlichen Anstieg der Preise wahrgenommen. „Die Schildermacher hatten sich hier zuvor gegenseitig unterboten. Seit Mai etwa haben alle die Preise wieder erhöht“, beobachtet die Behörde.

Drei der vier Schildermacher bestätigen die abrupte Preisänderung. Dirk Sauerbruch vom „EN Autoschilder-Service“ gegenüber der Tankstelle an der Wittener Straße erklärt den Grund: „Es hatte ein fünfter Laden aufgemacht, der anderthalb Jahre lang die Preise gedrückt hat. Der ist im Mai pleite gegangen.“ Auch Christoph von der Heyden, Prokurist der gleichnamigen Schilderfirma, bestätigt den Konkurrenzdruck. „Das ging etwa über drei Jahre so. Erst hatten wir die Schilder für 31 Euro, dann hat einer sie für 25 angeboten und wir sind auf 20 runtergegangen. Am Ende haben wir sie für 14 Euro verkauft“, sagt von der Heyden. Der Schildermacher hat 13 Filialen in NRW und sitzt direkt im Gebäude der Zulassungsstelle des EN-Kreises.

„Das Existenzminimum ist bei einem Dumpingpreis von acht Euro erreicht“, erklärt Dirk Sauerbruch. „Jetzt haben wir wieder Preise wie in anderen Städten auch.“ Und Christoph von der Heyden erzählt: „Wir sind alle auf die Preise eingegangen, um wenigstens irgendetwas vom Kuchen abzubekommen.“ Der Prokurist fügt hinzu: „Die Kunden haben natürlich eine Zeit lang von dem Preisdruck profitiert.“ Es sei gut, dass darüber berichtet wird, „Dann wissen die Kunden, was hier los ist.“

Als Kunde Klaus Gärtner von dem Grund der Preisentwicklung erfährt, sagt er: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Dennoch findet er den Sprung von rund zehn auf 33 Euro zu hoch. „Das sind doch nur Blechschilder. Für 33 Euro kriege ich ja schon einen hochwertigen Edelstahltopf“, weiß der Wertstofftechniker.

Melanie Pohle



Kommentare
06.08.2010
12:20
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von Ein Hattinger | #11

An #9:
Die Bezeichnung von 8 Euro als Existenzminimum stammt vom Firmenbesitzer, nicht von mir.
Bei Ihrem Kapitalbedarf ergibt sich dann
6400/8=800 Paar Schilder, was wiederum höchst unwahrscheinlich ist.

Naja, vielleicht hat da auch jemand falsch recherchiert oder zitiert, insofern haben Sie mir Ihrem Namen ganz recht...

06.08.2010
11:08
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von Cool bleiben | #10

Pflücken wir die Rechnung von Ein Hattinger mal auseinander:

Lohn pro Arbeitnehmer Brutto 1.700
2 Köpfe pro Shop = 3.400EUR

Lohnnebenkosten, Material, Miete, Energie usw. vielleicht monatlich zusammen 3.000EUR

Somit also ein Bedarf von 6.400EUR

6.400 / 33 = 194Paar Schilder

PRO SHOP müssen also mindestens 194Paar Schilder im Monat über den Ladentisch gehen, um zumindest den Kostenaufwand zu decken.

Stellt sich noch die Frage: Wie viele Shops und wieviele Zulassungen gibt es im Kreis pro Monat?

06.08.2010
11:04
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.08.2010
11:00
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von FairTrade | #8

... Es können nicht alle Firmen mit Aldi- oder Lidl-Methoden existieren. Arbeitnehmer wollen auch nicht zu Dumping-Löhnen arbeiten ...

Ist zwar auch meine Meinung, aber wenn man den Bericht mal aufmerksam liest, so ist von einem Existenzminimum von acht Euro die Rede. Bereinigt um das auf die Tränendrüse drücken welches mittlerweile bei vielen Gewerbetreibenden fast schon Masche ist, heißt das für mich (der auch öfter mal Angebote für Aufträge durchkalkulieren muß) im Klartext: Die Schilder sind inkl. aller Beschaffungs, Lohn, Steuern und weiteren Kosten für acht Euro kalkulierbar !!! Ein m.E. fairer Preis von 14€ weist dann sogar noch etwa einen Gewinn von 75% obendrauf für den Schildermacher aus. Auch das ist noch fair, denn solche Margen sind wirklich selten geworden. Verzicht auf Dumpingpreise und -löhne in Ehren, aber einen Reingewinn von 312,5% als Aufschlag ist alles andere als fair. Das nenne auch ich Abzocke...

06.08.2010
10:47
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von Cool bleiben | #7

Die Mitarbeiter in den Schildershops haben nichts zu lachen, wenn die Kundschaft weg bleibt, weil der Laden nebenan Discount-Preise anbietet und alle dort hin rennen. Hier war man gezwungen, die Preise bis knapp über die Minimalgrenze zu senken. Wie fühlt man sich wohl als Mitarbeiter, dessen Lohn von z.B. 10EUR/h auf 7 gekürzt wird. Nur damit der Arbeitsplatz erhalten bleibt.

Wenn alle einheitliche Preise vereinbaren (Kartell hin oder her), würde der Laden am Ende der Straße pleite gehen, da alle Leute sich das lange laufen sparen (warum so weit laufen, wenn der Preis eh überall gleich ist)

Staffelt man die Preise (nähere Shops sind die Teuersten, weiter entferntere die Billigsten), meckern die Personen, die nicht weit laufen können, dennoch aber sparen möchten.

Man merkt schnell, dass es keine optimale Lösung geben wird. Irgendwer meckert immer!

Die einzige Idee, die ich hätte: Man legt alle Shops (inkl. Arbeitnehmer und Material) unter einem Dach zusammen. Ein großer Shop, einige Mitarbeiter an mehreren Stanzmaschinen, um die Aufträge schnell abzuwickeln. Kunden brauchen nicht lange suchen und Preise vergleichen...
Bedingung: Der Shop bleibt menschlich und bietet die Schilder zu Preisen, die man auch begründen kann (Material-, Lohn-, Nebenkosten)

In Bochum kosteten die Schilder für mich vor drei Jahren schon 25EUR

06.08.2010
09:45
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von T.Grimm | #6

In anderen Branchen späche man von Kartell-Absprachen...

Aber es gibt ja das Internet, hier z.B. Schilder für 17.90 Euro: http://www.nummernschild-online.de/

(Ich habe nichts mit der Firma zu tun! :-)

06.08.2010
09:31
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von Ein Hattinger | #5

Wenn das Existenzminimum bei 8 Euro erreicht ist, dann haben die Händler ja jetzt wieder ein Gewinn-Maximum.
33-8 = 25
25 Euro offensichtlich Gewinn (ok, vor Steuern) für jedes Paar Autoschilder.
8 Euro Minimum. Bedarf geschätzt: 1600 Euro =
200 Paar Autoschilder
200x25 = 5.000 Euro
Ich glaub ich Wechsel den Job...

06.08.2010
06:25
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von Argus | #4

Es können nicht alle Firmen mit Aldi- oder Lidl-Methoden existieren. Arbeitnehmer wollen auch nicht zu Dumping-Löhnen arbeiten, Bauern nicht zu Dumping-Preisen Milch produzieren.

06.08.2010
01:22
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von Karl A. | #3

Da gibts eine einfache Abhilfe: Auf der Internetseite des EN-Kreises Kennzeichen reservieren, und diese Kennzeichen von einem Beliebigen Händler im Internet prägen lassen. Ich habe teilweise Preise von unter 10€ gesehen. Wenn man ein paar Tage warten kann, ist das durchaus eine gute Alternative

05.08.2010
23:20
Preise für Nummernschilder steigen sprunghaft
von Moragan | #2

Darf man sich eigentlich Nummernschilder selber ausdrucken?
Den Druck klebt man z.B. auf ein vorhandenes, versiegelt das ordnungsgemäß......

Was wäre wenn sich die Händler zusammentun und einfach mal beschließen, Nummernschilder kosten jetzt 100 Euro - die Leute brauchen die ja....

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