Postzusteller arbeitete schlecht

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Eine angekündigte Einladung – sie kam per Post nie an bei Brunhilde und Gerd Hölter, ebenso wenig wie die Rechnung, von der das Paar nur erfuhr, weil die dazugehörige Mahnung doch den Weg in den heimischen Briefkasten fand. Ihren Töchtern erging es über Wochen nicht anders: Die Post war unzuverlässig. Alle wohnen in der Bogenstraße, aber in unterschiedlichen Häusern. Von solchen Problemen können auch die Anwohner der Straße Im Tal in Niederwenigern ein Lied singen: Tagelang wurde hier keine Post zugestellt. Die Post verspricht auf Anfrage: Ab Montag wird alles besser.

„Beide Adressen gehören zu einem Bezirk, obwohl sie weit auseinander liegen. Die Zusteller holen die Post alle an der Moltkestraße in der Innenstadt ab, in den Bezirk fahren sie dann mit dem Auto“, so Dieter Pietruck, der für den Bereich Hattingen zuständige Sprecher der Deutsche Post DHL Group. Das Problem sei, dass die Stammzustellerin seit längerer Zeit erkrankt ist. Danach habe es einen Zusteller gegeben, der seine Arbeit auch gut gemacht hätte. „Er war aber für vier Wochen nicht verfügbar, kommt nun jedoch ab Montag wieder“, verspricht Pietruck.

Während seiner Abwesenheit sei das Gebiet zweigeteilt worden, der dann für das betroffene Gebiet zuständige Zusteller habe „schlecht“ gearbeitet. „Für ihn hat es keine Vertragsverlängerung gegeben. Er ist nicht mehr bei uns beschäftigt“, so Pietruck, der sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt.

Die Post haftet übrigens nicht für Mahngebühren, die anfallen, wenn die Rechnung beim ersten Mal nicht angekommen ist. „Rechnungen sind meist gewöhnliche Sendungen, da gibt es keine Haftung bei Verlust oder Beschädigung.“ Das ist bei einem Einschreiben anders. Aber auch da gilt: „Rechtlich gesehen ist der Empfänger nicht unser Kunde, sondern nur der Absender.“

Erhält man übrigens irrtümlich Post anderer Menschen, so darf man sie nicht öffnen: „Dann würde das Briefgeheimnis verletzt, man macht sich strafbar.“ Pietruck empfiehlt, solche Sendungen entweder dem Postboten wieder mitzugeben oder sie in einer Filiale abzugeben.