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Positionspapier stärkt Kinderrechte

20.01.2015 | 21:00 Uhr
Positionspapier stärkt Kinderrechte
Beate SchifferFoto: Volker Speckenwirth

Hattingen.  Sozialdezernentin Beate Schiffer hat an einem Beitrag mitgearbeitet, der das Wohl des Kindes in den Blick rückt. Sie macht das auch in Hattingen zum Thema.

Welche Rechte hat ein Kind? Sind Kinder eher im Zusammenhang mit ihren Familien zu sehen, oder sind sie vor allem Einzelwesen, die geschützt werden müssen? In dieser Frage hat sich Beate Schiffer jetzt klar positioniert. „Der Schutz des Kindes steht an erster Stelle“, sagt Hattingens Jugend- und Sozialdezernentin.

Gründe für diese Haltung liefert ein 20-seitiges Positionspapier, das das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht jetzt vorgelegt hat. Der Verein mit Sitz in Heidelberg zählt zu den wichtigsten Einrichtungen der Bundesrepublik, wenn es um Fragen des Kinder- und Jugendhilferechts geht. Er führt Fachkonferenzen mit Psychologen, Richtern und Jugendarbeitern durch oder bezieht Stellung zu Sachfragen – wie jetzt zum Thema „Das Kind im familiengerichtlichen Verfahren bei Kindeswohlgefährdung“ unter der Überschrift „Im Mittelpunkt und doch aus dem Blick?“ Institutsmitglied Beate Schiffer hat an diesem Papier mitgearbeitet.

„Die Interessen des Kindes müssen in familiengerichtlichen Verfahren stärker berücksichtigt werden“, fordert die Beigeordnete im Gespräch mit der WAZ. Nicht immer seien Kinder in ihren Familien auch am besten geschützt. Grund: Meist würden Urteile gefällt, die auf die Elternrechte abzielen. „Die Richter neigen dazu, die Familie als Einheit zu schützen und betonen die Eingebundenheit des Kindes als Teil dieser Einheit“, meint Schiffer. Zwar gebe es erste Anzeichen dafür, dass sich das ändert. Das aber vollzieht sich nach Einschätzung des Positionspapiers nicht schnell und nicht konsequent genug. „Das Kind muss an erster Stelle stehen“, sagt Beate Schiffer (59). Und da müsse man den Eltern ihre Rechte auch einmal beschneiden und die Kinder vor ihnen schützen, wenn es nicht anders geht.

Der Staat habe den Auftrag, für die Bildung der Kinder zu sorgen. Da könne es nicht sein, dass er wegsieht, wenn es um Gewaltfreiheit in Familien geht. „Vielleicht sind viele Veränderungen in den Gesetzen noch nicht in allen Köpfen angekommen, weil sie noch jung sind“, meint Schiffer. So wurde der Begriff „Elterliche Gewalt“ erst 1980 durch „Elterliche Sorge“ ersetzt. Und erst Ende 2002 wurde ins Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

Beate Schiffer hat an dem Papier nicht nur mitgearbeitet. Sie will auch dafür sorgen, dass die Position bei Entscheidungsträgern in Hattingen ankommt. In der nächsten Woche macht sie die Überlegungen in Gesprächen mit Richtern und Vertretern der Sozialen Dienste zum Thema.

Ulrich Laibacher

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Positionspapier stärkt Kinderrechte
Positionspapier stärkt Kinderrechte
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http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/positionspapier-staerkt-kinderrechte-id10256435.html
2015-01-20 21:00
Hattingen