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Polizei-Chef mit offenem Visier

17.10.2012 | 09:00 Uhr
Polizei-Chef mit offenem Visier
Ingolf Schween (li.) mit Pressesprecher Dietmar Trust.Foto: Joachim Haenisch

Hattingen.  Ingolf Schween hat als Leiter der Behörde im EN-Kreis seinen Dienst angetreten. Der 58-Jährige sagt: Wir sind Bewahrer, keine Retter der Gesellschaft .

„Die Polizei ist ein Reparaturbetrieb, nicht der Retter der Gesellschaft“, sagte Ingolf Schween (58), neuer Leiter der Polizeibehörde im Ennepe-Ruhr-Kreis, bei seinem Antrittsbesuch in der Redaktion der Hattinger Zeitung. „Wir sind Bewahrer dessen, was Recht und Gesetz ist. Wir wollen das Zusammenleben gestalten.“ Deshalb müssten die Bürger Auffälligkeiten melden. „Natürlich können wir dann nicht überall binnen drei Minuten vor Ort sein, dafür sind die Distanzen zu groß. Mir ist aber ganz wichtig, dass die Menschen wissen, dass die Polizei auf jeden Fall kommt, wenn sie gerufen wird.“

Ingolf Schween lernt zurzeit sein neues Einsatzgebiet kennen. Er, der jahrelang im Dortmunder Norden gearbeitet hat, in dem es eine viel größere Kriminalität gibt als am südlichen Rand des Ruhrgebiets, weiß, dass Sicherheit ein ­subjektives Gefühl sei. Er erklärt: „Der eine sagt vielleicht: Ach, hier in Hattingen werden doch bloß Außenspiegel abgetreten, sonst passiert nicht viel. Für den Betroffenen sieht das ganz anders aus. Der sagt: Warum mein Außenspiegel? Hier ist nichts mehr sicher.“

Deshalb wolle er „im Kreis operativ arbeiten“. Heißt: Er möchte Ak­tionen starten, vor allem präventiv. „Zu Details kann ich zurzeit aber noch nichts sagen.“

Generell findet er die Kampagnen, wie sie von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) immer häufiger angeordnet werden, positiv. In diesen Wochen wird die verstärkte technische Sicherung der Wohnung zum Schutz gegen Einbrüche. mit der Landeskampagne „Riegel vor!“ vorangetrieben: am kommenden Mittwoch, 24. Oktober, auch in Hattingen – von 10 bis 12 Uhr vor dem Reschop Carré sowie von 16 bis 18 Uhr auf dem Domplatz in Niederwenigern.

„Wir haben es mittlerweile mit Berufs-Einbrechern zu tun, das sind absolute Profis“, so Schween. Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis seien die Einbruchs-Zahlen in diesem Jahr hoch, bestätigt er, die Quote der Aufklärung indes eher niedrig. „Deshalb müssen wir genau diese Kampagnen unterstützen – in welchem Umfang, das hängt von den Kapazitäten vor Ort ab.“

Er habe den Eindruck, dass diese Aktionen helfen, ganz besonders auch die regelmäßige Veröffen­tlichung der Radarkontrollen im Stadtgebiet in der Zeitung. Schween: „Das hat mit Offenheit, mit Transparenz zu tun. Wir wollen nicht die Heckenschützen sein, sondern mit offenem Visier den Bürgern gegenübertreten. Und da die Leute ja nicht die exakte Stelle kennen, an der geblitzt wird, fahren sie generell vorsichtiger.“

Michael Brandhoff



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