Politische Arbeit ruht in sich ohne große Ausschläge

Veränderungen wollten die Wähler nicht beim Urnengang zur Kommunalwahl 2014. Mit 19 Abgeordneten für die SPD, 16 für die CDU, sechs für die Grünen schicken die Hattinger bei den großen Parteien dieselbe politische Konstellation in den Rat wie 2009. Nur bei den Kleinen tat sich was: Die Piraten erobern einen Ratssitz, die Linken gewinnen ein Mandat hinzu, die FDP halbiert ihre Fraktion von vier auf zwei Sitze. Bleibt die Frage: Ist das Zementieren der politischen Verhältnisse ein Ausdruck von Zufriedenheit?

Das wird sich zeigen, wenn es weitere Knüppel-Themen gibt wie jetzt die Anhebung der Grundsteuer. Bis dahin nämlich ging es dieser Stadt – nicht nur im Vergleich mit anderen Revierkommunen – nicht schlecht. Ja, etwas sauberer könnten die Straßen und Wege schon sein. Aber: Das Stadtleben funktioniert.

Politik findet ohne große Ausschläge und Erschütterungen statt. Die Parteien verzichten weiterhin auf Koalitionen, haben sich an die Klaviatur wechselnder Mehrheiten gewöhnt. Das hört sich spannender an, als es ist. Bei vielen großen Themen gibt es ohnehin satte Mehrheiten im Rat. Streitereien über das Stadtmuseum oder Verwaltungsstandorte reißen die Bürger nicht wirklich mit. Das könnte sich jetzt ändern. Denn: Die Grundsteuer wird ein Thema bleiben.