Plastischer Chirurg hilft Menschen in Iran

Babak Janghorban Esfahani war als Chirurg in Iran. Foto:Volker Speckenwirth
Babak Janghorban Esfahani war als Chirurg in Iran. Foto:Volker Speckenwirth
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Babak Janghorban Esfahani vom Evangelischen Krankenhaus Hattingen operierte auch ein Mädchen,das vor drei Jahren vom eigenen Vater mit Batteriesäure übergossen worden war

Hattingen..  Vor drei Jahren überschüttete der eigene Vater Rana (heute 7) in Iran mit Batteriesäure. Das Mädchen ist entstellt, viele Operationen standen und stehen an. Ihr Schicksal bewegt das Land – und auch Babak Janghorban Esfahani. Er ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus Hattingen, Klinik für Plastische/Ästhetische und Handchirurgie, und hat Rana in ihrer Heimat operiert.

Esfahani freut sich, dass sein Chef, Dr. Karl Schuhmann, den Einsatz befürwortet, er unkompliziert Urlaub bekam. Kein Wunder, engagiert sich Schuhmann doch wie Esfahani humanitär bei Interplast.

Esfahani ist begeistert vom Einsatz, von der Dankbarkeit der Menschen: „Die Betreuerin eines Kindes schickt mir jeden Morgen eine Mail.“ Zu Iran hat er eine besondere Beziehung: „Ich bin in Deutschland geboren, habe dann aber einige Jahre in Iran gelebt, bevor ich wieder nach Deutschland kam.“ Erstaunt war er, dass US-Kollegen, die aus Iran stammen sich bei ihm meldeten, als sie vom Einsatz erfahren hatten. „Sie boten Hilfe an. Und das, obwohl einige seit 40 Jahren nicht mehr im Land waren. Sie wollten wissen, wie es dort jetzt so ist.“

Mit Wohltätigkeitsorganisationen vor Ort arbeiteten die Ehrenamtlichen zusammen. Die Kooperation mit Behörden, Kollegen und Politikern war nicht immer leicht. „Aber in der Zeit haben wir gute Kontakte aufgebaut, künftig treffen Kollegen vor Ort schon eine Vorauswahl“, sagt Esfahani. Erst in Teheran, dann in Isfahan waren die Ärzte zehn Tage aktiv. Sechs Monate hatten die fünf Teammitglieder aus drei Städten den Einsatz geplant. 46 Kilo Gepäck pro Person gingen nach Iran – dabei war viel medizinisches Material. Vor Ort wohnten die Helfer im Hotel. „Aber wir waren auch bei meinem Onkel zum Essen“, so Esfahani, der Persisch spricht. Neben Kriegsverletzten und Säureattackenopfern operierte das Team meist Kinder, oft mit Lippen-Gaumen-Spalte. „Viele Patienten kommen mit Geschenken, Briefen. Aber ihnen helfen zu können, ist Dank genug“, sagt Esfahani, der 2016 an zwei Einsätzen teilnehmen möchte. Einer, hofft er, wird ihn wieder nach Iran führen. „So lange ich Kraft, Energie, Willen habe, mache ich das. Denn solche Einsätze sind der Grund, warum ich die Fachrichtung gewählt habe.“