Plantschen wie bei Stolle
26.01.2012 | 16:59 Uhr 2012-01-26T16:59:00+0100
Hattingen. Wird das Baden in der Ruhr doch wieder erlaubt? Wasserexperten untersuchen die Qualität des Wassers.
Noch vor kaum mehr als einem halben Jahrhundert war es völlig normal, dass man sich an heißen Sommertagen eine Abkühlung in der Ruhr verschaffte. Erster Anlaufpunkt war die Badeanstalt Stolle. Doch dann schob die Bezirksregierung Düsseldorf den Badegästen einen Riegel vor. Weil die Gefahr für die Gesundheit durch Bakterien zu groß war, wurde das Baden in der gesamten Ruhr verboten. So gilt es bis heute. Doch nun könnte diese Regelung wieder etwas gelockert werden. Vielleicht kann schon bald wieder geplantscht werden.
Hintergrund: In einem Forschungsprojekt wollen der Ruhrverband und das Wasserforschungsinstitut (IWW) jetzt herausfinden, wie gefährlich das Baden in der Ruhr wirklich ist. „Die gemessenen Werte, nach denen sich das Verbot richtet, stammen noch aus den 1950er Jahren. Damals war das Wasser tatsächlich sehr verunreinigt“, erklärt Dr. Wolf Merkel vom IWW. Heute sei aber, dank mehrfacher Barrieren in den Wasserwerken, das Wasser in der Ruhr sehr viel besser als damals.
„Hygienisch unbedenklich ist das Baden damit aber noch nicht“, sagt Wolf. So sei das Ruhrwasser betroffen von Vogelkot, Gülleabschwemmungen und Regenüberläufen. Die Bakterienarten, die in der Ruhr vorkommen können zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.
Trotz der Gesundheitsgefahr sieht man im Sommer häufig Badegäste, die das Verbot umgehen. Von Krankheiten, die im Zusammenhang mit einem Bad in der Ruhr stehen, hört man indes eher selten. Ist die Gefahr überschätzt? „Oft bekommen es die Betroffenen gar nicht mit, weil sie den Zusammenhang nicht erfassen“, so Merkel.
Für das auf drei Jahre angelegte Projekt ist der Forscher dennoch zuversichtlich. „Weil Fließgewässer nicht ständig überprüft werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Werte von damals längst überholt sind“, sagt Merkel. Das Ziel des Forschungsprojekts: Herausfinden, ob man unter bestimmten Bedingungen, zumindest an manchen Tagen die Ruhr wieder freigeben könnte.
Tatsächlich liegen dem Ruhrverband Messergebnisse vor, die besagen, dass die Verschmutzung des Wassers, bei stabilem Sommerwetter, die Grenzwerte der Badewasser-Richtlinie unterschreitet. „Allerdings nur bis zum nächsten Gewitter oder Hochwasser“, so Merkel. Denn dann nehme die Verschmutzung üblicherweise zu. Denkbar wäre daher eine Art Frühwarnsystem. Merkel dazu: „Vorstellbar ist, dass sich die Badegäste auf einer Internetseite informieren, ob das Baden erlaubt ist oder nicht“. Ein Ampelsystem mit drei verschiedenen Sicherheitsstufen etwa. „Aber auch wenn alle Voraussetzungen ideal sind. 100 Prozent sicher seien kann man nie“, stellt Merkel klar.
10:07
Ja das waren schöne Zeiten, man konnte nicht genug bekommen von den Pontons zu springen...obwohl es nicht erlaubt war.